"Vierzig Leben" von Navid Kermani

Theatergottesdienst in Begegnung mit dem Theater der Keller

Die Lutherkirche lädt zu einem neuen Gottesdienstformat ein. In unserem ersten Theatergottesdienst wollen wir zum Nachdenken über Kölner Alltagsgeschichten aus dem Buch „Vierzig Leben“ von Navid Kermani anregen. Vier Schauspieler, die zur Zeit in einer Inszenierung des Romans im Theater der Keller zu sehen sind, stellen diese Geschichten in einer szenischen Lesung vor und verbinden sie mit Gleichnissen des persischen Sufis Khadje Abdollah Ansari aus dem 11. Jahrhundert.

Kermanis Erzählungen zeigen Momentaufnahmen einer multikulturellen Gesellschaft zwischen Köln-Deutz und dem Müngersdorfer Stadion. In seinen Geschichten verbinden sich Orient und Okzident, die Suche nach Gott mit der Realität einer westlich-aufgeklärten Gesellschaft. Kermani lässt Liebende und andere Verrückte auftreten, die von Whisky und Backgammon, von Autos, Frauen und dem 1. FC Köln erzählen. Aber auch im Banalsten schimmert noch das Wunderbare menschlicher Existenz auf.

Navid Kermani wurde als 1967 als vierter Sohn iranischer Eltern in Siegen geboren. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, besitzt einen deutschen und einen iranischen Pass. Zurzeit lebt als freier Schriftsteller in Köln. Kermani ist habilitierter Orientalist, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Hamburger Akademie der Wissenschaften. Für sein akademisches und literarisches Werk erhielt Navid Kermani zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem die Buber-Rosenzweig-Medaille, den Hannah-Arendt-Preis und den Kleist-Preis. Vor Kurzem sorgte seine Festrede im deutschen Bundestag zum 65-jährigen Bestehen des Grundgesetzes für große Aufmerksamkeit.

Text: Guido Rademachers

Erster Theatergottesdienst mit dem Theater der Keller mit Szenen aus

Improvisationen im und mit dem Raum, Intendant Heinz Simon Keller, sowie die Schauspieler(in) Sabine Wolf, Mark Zak, Philipp Sebastian und Matthias Lühn

Erster Theatergottesdienst mit dem Theater der Keller mit Szenen aus

Mark Zak, Philipp Sebastian, Hans Mörtter Matthias Lühn, Heinz Simon Keller