Solidarischer Streik November 2020

Wir ließen drei November-Gottesdienste ausfallen

"Ich persönlich finde die Entscheidung falsch, derart rigoros in den Lockdown zu gehen. Wir als Kirche sind die Einzigen, die noch mit vielen Menschen - im Rahmen eines Gottesdienstes - feiern können (bei uns 120 Personen bei entsprechenden Hygienemaßnahmen). Aber wir werden an der Lutherkirche in den solidarischen Streik gehen und uns an die Seite aller Geschädigten, wie Kulturschaffende, Gastronomen und viele andere, stellen.

Am 8. und 15. sowie am 22. November 2020 werden wir keine Gottesdienste halten!

Wir verzichten damit bewusst auf den Freiraum, den wir haben. Das ist mir wichtig. Wir hoffen, damit ein Zeichen zu setzen, denn es betrifft und berührt uns alle. Der Verzicht mag eine Weite schaffen, die man zum Innehalten und zur Reflexion nutzen kann, dass wir alle eine Menschenfamilie sind. Kein aktives Tun, aber die Festigung einer von Behutsamkeit geprägten und die Herzen verbindenden Geisteshaltung aus dem Sein heraus.

Wie immer seit Mitte März setze ich mein samstägliches „Kölner Wort zum Sonntag“ als Videobotschaft fort (siehe weiter unten) und melde mich gelegentlich auf Facebook.

Am 29. November, dem 1. Advent, starten wir wieder, sehr bewusst noch im Lockdown: mit einer klaren Ansage für die Verbreitung von Furchtlosigkeit. Es wird die Eröffnung eines ganz anderen Advents, der Raum erschließt für unser Menschsein entgegen der Angst. Die Chance einer neuen Bewusstwerdung und eines Aufmerkens, während wir in Frieden und innerer Freiheit die Wiederkehr des Lichts der Welt erwarten".
Pfarrer Hans Mörtter Anfang November 2020

Die Lutherkirche war sonntags von 11.00 bis 13.00 Uhr geöffnet. Wer wollte, konnte gerne ein wenig Stille, Gebete oder andere Meditationsformen genießen. Die großen Kerzen wurden angemacht und die Besucher*innen konnten eine kleine Kerze für die Hoffnung entzünden.