DEN MANTEL TEILEN
10. November 2014 auf dem Roncalliplatz

Solidarität mit den Flüchtlingen in Köln

Die Flüchtlingssituation in Köln ist dramatisch und schockierend. Menschen mit traumatischen Erlebnissen sind gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen und suchen in fremden Ländern Schutz. Ein kleiner Teil der weltweit 50 Millionen Flüchtlinge landet bei uns in Köln. Es müssten mehr sein, denen wir Schutz gewähren.

Die wenigen, die es zu uns schaffen, sind oftmals nicht menschenwürdig untergebracht. Die Herausforderung für die Stadtgesellschaft ist groß. Hier ist die Gastfreundschaft von uns allen gefordert. Wir müssen als Menschen einstehen für eine Willkommenskultur und menschenwürdige Lebensbedingungen für alle Flüchtlinge in unserer Stadt.

Mit allen KölnerInnen wollen wir deshalb ein deutliches Zeichen der Gastfreundschaft setzen. Wir alle können dazu beitragen, den Flüchtlingen in Köln das Leben zu erleichtern.

Wir rufen auf zur Teilnahme an der Kundgebung „Den Mantel teilen“ auf dem RONCALLIPLATZ am Montag, 10. November um 17 Uhr, frei nach St. Martin, als Zeichen der Solidarität, mit Laternen, klaren Aussagen und bewegendem Kulturprogramm.

Text: Rolf Emmerich, Claus-Ulrich Prölß, Hans Mörtter, Andrea Asch
Fotos: Helga Fitzner

Vorankündigung auf WDR 5 vom 7.11.2014
Interview mit Pfarrer Hans Mörtter im FLoK - Freier Lokalrundfunk Köln e.V.
Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 10.11.2014
Artikel in der Kölnischen Rundschau vom 12.11.2014
Beitrag in der WDR Lokalzeit Köln vom 10.11.2014
Artikel auf report-k vom 11.11.2014
Beitrag auf Domradio vom 11.11.2014
Beitrag auf kirche-koeln.de vom 11.11.2014
Beitrag auf Neue Rheinische Zeitung vom 12.11.2014

Info über die erste Veranstaltung zu "Den Mantel teilen" 2013

Programm
17.00 bis 19.00 Uhr

Begrüßung durch Wolfgang Schmitz, WDR Hörfunk
Oper Köln, Gesang
Rede von OB Jürgen Roters
Khater Dama und Ghandi Mukli - syrische Laute
Rede von Claus-Ulrich Prölß
Musikalischer Beitrag von Gerd Köster  
Rede jesidischer Flüchtlinge
Kabarett mit Wilfried Schmickler
Die Höhner
Rede Hannelore Bartscherer vom Katholikenausschuss
Schauspiel Köln - Text
Occupy-Singers
Kellertheater mit Ausschnitten aus "Displaced Person"
Abmoderation von Wolfgang Schmitz
Brings

Schriftzug auf Leinwand:

Die Lutherkirche gehört zu den Mitorganisatoren der Kundgebung "Den Mantel teilen"

Die Occupy-Singers bei

Die multi-ethnische Gruppe  Occupy-Singers setzt sich für Integration ein

Claus-Ulrich Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat e. V. bei

Redetext von Claus-Ulrich Prölß  vom Kölner Flüchtlingsrat e. V.

Liebe Freundinnen und Freunde der Kultur, der Willkommenskultur,

Flüchtlinge willkommen heißen, heißt auch, sie menschenwürdig zu behandeln. Das betrifft auch ihre Unterbringung. Es kann und darf nicht sein, dass wir sie in Massenunterkünfte stecken, in ehemalige Hotels, in Sammelcontainer, Baumärkte und jetzt auch wieder in Turnhallen.
Eine solche Unterbringung ist menschenunwürdig, verletzt das Wohl der Kinder, macht Kranke noch kränker, ist integrationspolitisch falsch und trägt nicht zum sozialen Frieden in unserer Stadt bei.

Dasselbe gilt übrigens für massive Großrazzien wie die vergangener Woche im Wohnheim Herkulesstrstraße. Ein Verhältnis von mehr als ein Polizist auf ein Flüchtling - das wollen wir nicht mehr in einer Flüchtlingsunterkunft, das wollen wir aber, Herr Polizeipräsident, beim nächsten Aufmarsch von Hooligans, Rechtsextremisten und Dumpfbacken. Verkehrte Welt.

Die Standards des 2004 vom Kölner Stadtrat beschlossenen Unterbringungskonzeptes - damals vorbildlich in Deutschland - diese Standards werden schon lange nicht mehr eingehalten. Wir müssen wieder dahin zurück! Und da helfen keine Lippenbekenntnisse, da helfen nur Taten! Auch Flüchtlinge und ihre Familien brauchen Wohnungen. Und wenn es keine gibt, muss man welche bauen. Und solange es noch keine gibt, brauchen sie Häuser mit abgeschlossenen Wohneinheiten.

Es wird ja von der Verwaltung immer gesagt, es gebe dafür keine geeigneten Grundstücke. Natürlich gibt es städtische Grundstücke, auf denen man Häuser errichten kann. Alle wissen das. Vor allem wissen das das Liegenschaftsdezernat und das Baudezernat. Es fehlt aber am politischen Willen, diese Grundstücke für den Bau von Flüchtlingshäusern zur Verfügung zu stellen. Städtische Task Force hin oder her - da sind Sie Herr Oberbürgermeister als Verwaltungschef gefragt, auf den Tisch zu klopfen und zu sagen: "Oberste Priorität hat die menschenwürdige Unterbringung. Ihr liefert jetzt die Grundstücke und geeignete Immobilien. Ihr, auch wenn ihr unterschiedliche Parteibücher habt, ihr arbeitet jetzt endlich mal einheitlich und miteinander - nicht gegeneinander!"

Niemand darf überrascht sein, dass die Flüchtlingszahlen steigen. Sie steigen überall seit 2008. Diese Entwicklung hat die Stadt schlichtweg verschlafen. Sie hat die Unterbringung und die soziale Betreuung über die Jahre nicht geplant. Ein Tipp: Daraus sollte man unbedingt lernen. Denn die Flüchtlingszahlen werden nicht sinken, sie werden weiter steigen: Ein Blick wenigstens in die Zeitung genügt doch, um festzustellen: Es gibt immer mehr Kriege, immer mehr Krisenherde, immer mehr Verfolgung, Ausgrenzung, Diskriminierung und Not.
Die Stadt muss endlich beginnen, einen Masterplan zu entwickeln, sie muss konkrete und nachvollziehbare Maßnahmen ergreifen, damit Flüchtlinge in 3 oder 5 Jahren in Wohnungen und in Flüchtlingshäusern leben können.

In den letzten 2 Jahren erleben wir eine große Welle der Hilfsbereitschaft von Kölnerinnen und Kölnern, die sagen, wir wollen etwas tun, wir wollen Flüchtlinge unterstützen, wir wollen sie willkommen heißen. Jeden Tag melden sich Menschen bei Verbänden, sozialen Trägern und Kirchengemeinden. An vielen Standorten von Flüchtlingsunterkünften haben sich nachbarschaftliche Willkommensinitiativen gegründet. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisten unglaublich viel - für die Flüchtlinge, aber auch für die Akzeptanz im Stadtteil und den sozialen Frieden in der gesamten Stadtgesellschaft. Das muss man mal zur Kenntnis nehmen!

Willkommenskultur braucht aber auch Willkommensstruktur. Sie braucht eine Struktur für die Vermittlung von Ehrenamtlichen in die Projekte und Initiativen, für den gegenseitigen Austausch, für Vernetzung und Qualifizierung. Und hier muss die Stadt ran.
Sie sollte das bürgerschaftliche Engagement nicht nur mit Worten würdigen, sondern sie muss die finanziellen Mittel für die Förderung und Begleitung dieses gesellschaftlichen Engagements bereitstellen. Damit stadtweit eine Willkommenskultur entstehen und sich entwickeln kann, eine, die nachhaltig ist, die hilft, Flüchtlinge schneller und besser zu integrieren, die hilft, Ängste in der Nachbarschaft abzubauen und die auch vor Ort bei Konflikten vermitteln kann.

Mit unserer heutigen Veranstaltung möchten wir alle Kölnerinnen und Kölner ermutigen, sich für die Belange der Flüchtlinge einzusetzen. Jede und jeder kann etwas tun, unsere Stadtgesellschaft menschenfreundlicher für alle zu machen. Jede und jeder kann etwas tun, den Flüchtlingen in Köln solidarisch zur Seite zu stehen, egal woher sie kommen, ob aus Syrien oder aus Serbien.
Packen wir es an: Arsch huh!

Die Gruppe Brings und drei Überraschungsgäste der Gruppe Bläck Fööss, Kafi Biermann, Bömmel Lückerath und Hartmut Priess bei

Die Gruppe Brings mit drei spontanen Gästen der Gruppe Bläck Fööss

Wilfried Schmickler wettert bei

Sprach Tacheles: Redetext von Wilfried Schmickler

Hier kommt die gute Nachricht des Jahres 2015: Eine pünktlich zum Pfingstfest erschienene Studie der Universität Leipzig besagt nämlich, dass der Anteil der Deutschen mit einem rechtsextremen Weltbild in den letzten 12 Jahren von 9,7 auf 5,6 Prozent gesunken ist. Das heißt die Menge der Leute, die Ariel 88 kaufen würden, weil sie glauben der Geist des Führers höchstpersönlich würde dann ihre Unterwäsche weichspülen, ist deutlich geschrumpft. Und sie wäre noch kleiner, wenn der überwiegende Teil der Rest-Rechtsextremen nicht so butterdoof wäre, dass er solche Studien wie die Leipziger gar nicht liest, geschweige denn versteht. Sonst wüssten diese unbelehrbaren Penner nämlich, dass Rassismus und Xenophobie in Deutschland total out sind.

Stattdessen gibt es jetzt die – ich zitiere: „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.“ Zum Beispiel gegen Sinti und Roma. 55,4 Prozent der Deutschen Stammesangehörigen hätten echte Probleme, wenn sich Angehörige dieser bedauernswerten Volksgruppen in ihrer unmittelbaren Nähe aufhalten würden. Weshalb immerhin 47 Prozent sich dafür aussprechen, dieses Volk aus den Innenstädten zu verbannen. Das ist doch mal eine Idee, auf die würde selbst der radikalste Rechtsradikale nur kommen, wenn er eine halbe Kiste Bier und zwei Flaschen Doppelkorn im Schädel hätte. Bannmeilen um alle Innenstädte: Hier beginnt die Zigeuner-freie Zone. Zuwiderhandlungen werden bestraft mit sofortiger Abschiebung. Apropos: Auch da hat der gruppenbezogene Menschenfeind ganz klare Vorstellungen: 76 Prozent – 76 Prozent! – sind gegen Asylbewerber und fordern rigorosere Abschiebeverfahren, weil die kommen doch alle nur um zu schmarotzen, sozial zu betrügen und wie die Sinti und Roma in den Innenstädten ihre langen Finger zu machen. Und das sagen ausgerechnet die Deutschen, denen beim Ladendiebstahl, beim Steuerbetrug und bei der Schwarzarbeit so schnell keiner was vormacht.

Wissen Sie, es ist noch gar nicht so lange her, dass an Pfingsten der Heilige Geist über die Menschen kam, um sie zu erleuchten. Heute scheint es so, dass der Himmel seine Kloaken öffnet und die Hirne der Menschen mit heiliger Scheiße abfüllt. Wie sonst kann es sein, dass die Angehörigen eines Volkes, denen der Wohlstand aus allen verfetteten Nähten platzt, die ihr täglich Brot in den Abfalltonnen verschimmeln lassen, die mit ihrem maßlosen Konsum dafür sorgen, dass anderswo Lohnsklaverei und Kinderarbeit zur Normalität gehören wie hierzulande die Hartleibigkeit - Wie kann es sein, dass diese absoluten Hauptgewinner der Globalisierung nicht bereit sind, nur einen Bruchteil von dem, was sie sonst auf den Müll schmeißen mit denen zu teilen, die beim globalen Glückspiel die Nieten gezogen haben? Aber auch da gibt die Studie eine Antwort. Sie nennen es „Ideologie der Ungleichwertigkeit.“ Das heißt all jene, die beim deutschen Durchschnitts-Otto die Fantasie auslösen, sie seien grundlegend anders oder hätten ein gutes Leben ohne Arbeit, die ziehen die Wut auf sich.

Wie die Asylbewerber, die arbeiten wollen, aber nicht dürfen und von denen 2013 überhaupt nur 13,5 Prozent anerkannt wurden. Das kann jeder nachlesen, das weiß auch jeder und trotzdem ändert sich nichts. Wie oft habe ich mich in den letzten 25 Jahren in Radio oder Fernsehen am Thema Asylanten abgearbeitet, und was war das Ergebnis? Die Einschaltquote rasselte in die ganz schwarzen Löcher noch unterhalb des Kellers, und am nächsten Tag schrieben mir empörte Zuschauer brodelnde E-Mails über ihre schrecklichen Erfahrungen am eigenen Leib, am eigenen Hab und am eigenen Gut: Wie Ihnen die Asylanten aus dem Heim in der Nachbarschaft das bis dahin so friedliche Leben zur Hölle machten. Wie ihnen vor allem von den Zigeunern der Sinti und Roma die Vorgärten voll gemüllt, die Gartenzwerge geschändet und die Butter vom Brot gestohlen wurde. Wo gestern noch Harmonie und störungsfreie Ruhe das Leben in den eigenen vier Wänden bestimmte, sei plötzlich ein Chaos aus Lärm und Gestank. Und die hart erarbeitete Immobilie sei wegen der neuen Nachbarn aus den Armenhäusern dieser Welt auch nur noch weniger als die Hälfte wert. Diese Zuschriften von im Grunde ihres Herzens kreuzbraven Bürgern fangen immer gleich an: „Sehr geehrter Herr Schmickler! Ich bin kein Rechtsradikaler und ich habe auch nichts gegen Ausländer, aber - “ Und dann geht’s los: „Der Krach, der Gestank, die Kinder, das Geschrei, die Musik, der Abfall, die Belästigungen, das Kommen, das Gehen, das Kindergeld, die Drogen, der Alkohol, die Streitereien, die Beschimpfungen und - und – und bei allem Verständnis, aber so geht das eben nicht. Wir sind doch nicht die Menschen-Müll-Halde der ganzen Welt. Das muss doch endlich mal aufhören.“

Tut es aber nicht. An allen Grenzen Europas warten Hunderttausende darauf, diese Grenzen irgendwie zu überwinden, um ihr kleines privates Glück zu suchen in den Metropolen des gelobten Kontinents. Denn sie alle haben beschlossen, ein hoffnungsloses Leben mehr zu fürchten als den Tod. Deshalb drängeln sie sich in überfüllten Schrott-Booten, hocken in schwindelerregender Höhe auf kalten Metallzäunen und robben auf allen vieren durch die Stacheldrahtfelder der Grenzanlagen. Aber diese schrecklichen Bilder will doch kein zivilisierter Mensch tagtäglich sehen. Und schon gar nicht mit Frauen und Kindern. Da kriegt man als mitfühlendes Wesen doch unweigerlich gewaltige Bissen im Gewissen, wälzt sich schlaflos im Bett, derweil im Asylantenheim gegenüber die Radios und Fernseher auf voller Lautstärke laufen. Selig sind die Barmherzigen, aber gegen eine ungestörte Nachtruhe ist auch nichts einzuwenden. Und wie soll man die finden, wenn vor dem Zubettgehen schon wieder diese schrecklichen Bilder über die Flüchtlinge im Fernsehen gezeigt werden. Vor allem, wenn es sich um tote Flüchtlinge handelt. Denn das ist der Punkt, an dem die Grenze zwischen halbwegs Erträglichem und absoluter Unzumutbarkeit überschritten wird. Wenn Särge ins Bild kommen. Und wenn es sich dann noch wie beim Flüchtlingsdrama auf Lampedusa um hunderte Särge handelt, die da plötzlich zur besten Sendezeit quasi mitten im Wohnzimmer stehen, dann kann es durchaus zu Schockreaktionen beim normalerweise viehisch abgestumpften Betrachter kommen. Da ist das Entsetzen groß und alle fragen sich fassungslos: „Mein Gott, wie konnte das passieren?

Dabei weiß doch jeder wie das passieren konnte, weil es seit Jahren genau so passiert: man hat diese Menschen, die in der Holzkiste die Heimreise antreten, sehenden Auges ersaufen lassen. Unterlassene Hilfeleistung bei staatlich gefördertem Massenmord. „Ja, aber das muss man doch etwas machen?“ Keine Sorge. Wird sofort gemacht. Verstärkung der Patrouillen auf offener See, Verbesserung der Überwachungselektronik, Einsatz von Aufklärungsflugzeugen, Hubschraubern und unbemannten Drohnen. Kurzum verschärfter Einsatz von Marine und Luftwaffe im Abwehrkampf gegen die illegalen, das heißt gesetzlosen Invasoren. Außerdem großzügige finanzielle und waffentechnische Unterstützung von Staaten wie Libyen, Tunesien oder Marokko, damit die ortsansässigen Ordnungskräfte schon an den eigenen Küsten effektive Maßnahmen gegen die Invasion durchführen können. Motto: Wer gar nicht erst auf Meer gelangt, der kann auch nicht drin ertrinken. Es reicht eben nicht, die Grenzen dicht zu machen, man muss sie auch schützen. Denn wie sagt unser aller Innenminister, der eiskalte Friedrich: „Wir können schließlich nicht ganz Afrika in Europa aufnehmen.“ Und da hat der kleine Friedrich ausnahmsweise mal Recht. Afrika hat über eine Milliarde Bewohner. Ja, wo sollen die denn alle hin? Dann kämen auf jeden Einwohner der Europäischen Union zwei Afrikaner. Das wären alleine bei uns in Deutschland über 160 Millionen Flüchtlinge. Und das bei den Riesenproblemen, die wir schon jetzt mit den paar Tausend haben, die es irgendwie hierhin geschafft haben.

Und ich rede nicht nur von der Abschiebung, sondern vor allem von der Zeit davor. Wir wissen doch alle, was da los ist, wenn irgendwo in Deutschland ein neues Heim für Flüchtlinge eröffnet werden soll. Da gibt es Anwohnerproteste, Demonstrationen, Unterschriftensammlungen, und bei der nächsten Wahl kriegt die NPD ein zweistelliges Ergebnis. So ein Flüchtlingsheim das ist doch in der Regel schon überfüllt, wenn es noch gar nicht ganz belegt ist. Da hocken sagen wir mal 500 Männer, Frauen und Kinder in primitiven Wohnräumen, die nicht einmal für 200 von ihnen angemessen wären, die haben verschiedene kulturelle und religiöse Hintergründe, die dürfen nicht arbeiten und wenn sie vor die Türe gehen, laufen sie Gefahr eine leere Bierflasche an den Kopf zu kriegen – ja, das ist doch zutiefst inhuman. Das will doch keiner vor der eigenen Haustüre sehen. Und schon gar nicht in den sogenannten besseren Wohngegenden. Denn mal ganz davon abgesehen, dass die Besseren besser unter sich bleiben wollen, fallen dann auch noch die Immobilien- und Grundstückspreise. Sehen Sie mal: ich zum Beispiel wohne im vierten Stock in einem relativ ruhigen Viertel in Köln, und ich bin – wahrscheinlich wie die meisten von Ihnen – durchaus der Meinung, man müsse den Flüchtlingen dieser Welt in Deutschland eine Heimat geben. Aber wenn ich mir vorstelle, die würden jetzt bei mir im Hof so ein mehrstöckiges Wohnheim für Asylsuchende hochziehen, also ich glaube da hätte ich schon ein Problem. Und das nicht nur mit der Aussicht, sondern auch mit dem Verständnis. Die meisten Flüchtlinge sprechen ja gar kein Deutsch. Das ist wie mit dem Schwimmen. Wo hätten sie das in der Wüste auch lernen sollen? Ja, ich weiß, das hört sich jetzt alles ziemlich zynisch, kalt und menschenverachtend an. Aber jetzt mal ehrlich: das sehen Sie doch genauso, oder? So ein Problem wird doch nur dann wirklich zum Problem, wenn es direkt vor der eigenen Haustür existiert. Und genau das ist das Problem! 

Die Occupy-Singers bei

Das Theater der Keller stellte Ausschnitte aus "Displaced Persons" vor

Gerd Köster bei

Gerd Köster sang nachdenkliche Lieder

Pfarrer Hans Mörtter von der Lutherkirche und Rolf Emmerich vom Sommerblutfestival gehören zu den Organisatoren von

Hans Mörtter und Rolf Emmerich organisierten die Kundgebung

Die Kölner Band

"Die Höhner" bildeten den Abschluss der Veranstaltung