"kunst im turm" der Lutherkirche
"EIN-SAM"

Ein Projekt von Tincuta Heinzel, Claudia Robles und Janet Toro

...in dieser Welt, die Flüchtlingsströme produziert und unterschiedliche Kulturen zusammenfügt, möchten wir uns auf das Fremde konzentrieren. Unser Projekt umfasst die Themen Einsamkeit, Selbstkonfrontation und Leere in Bezug auf unseren Migrationshintergrund. Es ist eine Auseinandersetzung mit existenziellen Erfahrungen und Gefühlen, die durch den Verlust der vertrauten Umgebung, durch veränderte Lebensweisen, durch die Begegnungen mit der anderen Kultur und den »Anderen« entstehen.

Die Einsamkeit, ein psychischer, körperlicher und sozialer Zustand, der in der Fremde intensiver wird, ist unser gemeinsames Erlebnis, das uns zu einer künstlerischen Reflexion motiviert hat. Die daraus entwickelten und realisierten Arbeiten zeigen wir in den fünf Räumen des Lutherturms in Form von verschiedenen Rauminstallationen mit Sound, Video, Licht und Plastikfolie.

Wir sind drei Künstlerinnen mit unterschiedlicher Herkunft, verschiedenen Geschichten und Positionen in der Kunst, die zusammen in Konfrontation mit den Räumen ihren Erfahrungen Ausdruck zu verleihen suchen.

Der Besucher erfährt ein Kommen und Gehen zwischen Konkretem und Subtilem, indem er in einen neuen Raum mit verschiedenen Wahrnehmungen von Klängen und Bildern geführt wird. Ein weißes Rauschen und Stimmen, die in verschiedenen Sprachen einen leeren Raum überspannen, laden den Besucher ein die Stille zu hören... sie zu erfahren….

Die Video-Projektionen sind Animationen mit minimalen Bewegungen von Eisflächen. Durchsichtigkeit und Kälte lösen in den Besuchern ein Gefühl von Einsamkeit aus. Aber es ist keine negative Einsamkeit, sondern eine magische, bei der man in sich selbst EIN-taucht.

Der Blick des Besuchers, der an den Ausstellungsräumen vorbeigeht, wird vom Licht angezogen, deren Quelle unsichtbar bleibt. Das Licht verbirgt sich im Raum. Ein Zustand der den Betrachter zur Meditation hinführt.

Das Element Plastikfolie, als eine fremde Erscheinung, spiegelt mit seiner undurchlässigen Materialität die Leere, die Isolierung im Raumes wider. In die Räume selbst wird mit ganz einfachen, geometrischen, glatten Oberflächen aus Folie interveniert, von Wand zu Wand quer durch den Raum oder knapp über dem Boden verspannt. Ein neuer Raum entsteht im Raum, der wie ein stiller Spiegel dasteht. Eine Fläche, die den
Zuschauer mit seinem eigenen existenziellen Zustand konfrontiert. Die verschiedenen Oberflächen sind im Dialog mit Sound, Licht und Video. Es entsteht ein Gesamtkonzept.