Monsanto und Gentechnik 
Themengottesdienst vom 9. Mai 2013

Gottes Schöpfung ist unbezahlbar! - geworden?

Themengottesdienst zu genverändertem Saatgut von Monsanto: Foto: Helga Fitzner

Monsanto ist der Name eines weltweit operierenden US-Konzerns, der 1901 gegründet wurde und sich im Lauf seiner Geschichte durch fragwürdige Produkte und Geschäftspraktiken einen schlechten Ruf erworben hat. Die Firma stellt Agent Orange, PCB, Dioxin und viele andere schädliche Stoffe her und steht in den letzten Jahren wegen ihrer Großoffensive in Bezug auf genverändertes Saatgut massiv in der Kritik. Weltweit stammen rund 90 % sämtlicher Genpflanzen aus dem Hause Monsanto.

Im April 2005 veröffentlichte Greenpeace einen Report, (der mittlerweile gelöscht wurde): „Monsanto - Ein Gentechnik-Gigant kontrolliert die Landwirtschaft“, in dem vier Strategien des Konzerns zusammengefasst werden: Kaufen, patentieren, kontrollieren und kontaminieren. Laut Greenpeace kaufte Monsanto seit 1999 für 13 Milliarden Dollar auf dem ganzen Globus Saatgutfirmen auf. Das Saatgut wird genmanipuliert und patentiert. Das sichert die Einnahmen für ein „in der Geschichte beispielloses Kontrollsystem“. Landwirte, die sich nicht unterwerfen, werden bedroht und verklagt. Genetisch unveränderte Pflanzen, die durch die Ausbreitung des genetisch modifizierten Saatguts kontaminiert werden, fallen unter die Patentgesetzgebung und es kommt zu exorbitanten Lizenzgebühren. Die Schlussfolgerung von Greenpeace ist daher: „Das global agierende Unternehmen verfolgt ein klares Ziel: Es will die Welt-Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen - und dies mit Produkten, die sich in Studien und in der Praxis immer wieder als mangelhaft erweisen.“

Themengottesdienst zu genverändertem Saatgut von Monsanto: Foto: Helga Fitzner

Das Kampagnen-Netzwerk Avaaz sammelte 2013 unter der Überschrift
"Monsanto vs Mutter Erde" im Internet Stimmen für eine Petition an die EU: „Als besorgte Bürger bitten wir Sie, das europäische Patentrecht instand-zusetzen: Fordern Sie den Verwaltungsrat der Europäischen Patent-organisation auf, die Lücken zu schließen, durch die Pflanzensorten und konventionelle Züchtungsmethoden patentiert werden können.“ Rund zwei Millionen Unterschriften sind bereits zusammengekommen. Avaaz gibt an, dass Monsanto schon die Rechte auf 36 % aller in der EU eingetragenen Tomatensorten besitzt, bei Blumenkohl sind es 49 %. Die weiterführende Entwicklung sind Patente auf Züchtungen landwirtschaftlicher Nutztiere.

Auch die Occupy-Bewegung ist in Aktion: Am 25. Mai 2013 fand in über 40 Ländern der Erde Protestaktionen statt im Rahmen des "March against Monsanto", der sich seit 2016 Terra Viva March nennt.

Weitere Links
keine-Gentechnik
ekd
no patents on seeds

Text und Fotos: Helga Fitzner