Die Entpflichtung von Hans Mörtter wurde durch Superintendentin Susanne Beuth vorgenommen, Foto: Tim Lahr

Entpflichtung von Hans Mörtter
am 4. September 2022

Nach 35 Jahren geht er - aber nicht ganz 

„Hans Mörtter ist der Schimanski unter den Pfarrern“

Gleich zu Anfang sagte Hans Mörtter, dass er nicht aufgeregt, sondern angeregt sei. Es hatte im Vorfeld seines Entpflichtungsgottesdienstes schon mehrere Medienbeträge gegeben, aus denen hervorging, dass er alles andere als in den Ruhestand geht. Deswegen ist es auch kein Abschied, sondern er wird von seinen Pflichten als Pfarrer entbunden, aber nur um mehr Zeit für seine Projekte zu haben, da stehen Flüchtlinge, die Seenotrettung, Alleinerziehende, Hartz-IV-Empfänger und immer wieder Obdachlose ganz oben auf der Liste.

In ihrer Improvisation von Musik (mit Thomas Frerichs am Klavier) und Text von Hans Mörtter kamen wieder Gänsehautmomente auf: „Menschen, spürt meinen Namen“, zitierte er, „hört meinen Ruf, denn ich bin der Gott, der in die Freiheit führt“. Viele Menschen haben Angst vor dem Herbst und Winter, wollen aber nichts riskieren und sicher sein.“In meinem Namen bist du geboren... Du bist nicht allein“, erinnerte Hans Mörtter uns und erklärte auch wie. Das Zusammenhalten, das Füreinander-Da-Sein, Arm in Arm, Hand in Hand, zusammen, das sei der Weg.

In seiner Predigt nannte der mit ihm befreundete Kabarettist Wilfried Schmickler ihn „unseren Friedenspastor“ und zählte verschiedene Gründe auf, warum Aufhören keine Option ist: „Wenn wir aufhören, über die Zukunft zu reden, reden andere über die Vergangenheit...“ (Den Text hat uns Wilfried Schmickler freundlicherweise zur Verfügung gestellt, s. u.) „Was gibt uns noch Halt?“, fragte Schmickler und meinte gutmütig zu Hans Mörtter: „Die Welt braucht Spinner wie dich“. - Der „Spinner“ lachte herzlich, beklagte in seinen Predigtgedanken dann aber die egomanische Gesellschaf;, doch es sei wichtig hinzugucken. Alleine ginge es nicht weiter.

Mörtter sprach von der Notwendigkeit des Gottesvertrauens. „Vertrauen nur auf sich selbst ist als Lebenskostüm zu eng“ und er glaubt nicht, dass deutsche Menschen Opfer oder Schafe sind. Wir kümmern uns um das Klima, Obdachlose, Hartz-IV-Empfänger und setzen uns für eine menschliche Gesellschaft ein. „Wie macht man das? Keine Ahnung. Aber wir marschieren los. Etwas für möglich zu halten, ist das Schönste was es gibt“.

Superintendentin Susanne Beuth ging auf Mörtters innerkirchliche Arbeit ein. „Hans hat das Evangelium in Wort und Tat gepredigt. In der Synode hielt er heiße Reden, ermahnte, dass die Kirche ihre Daseinsberechtigung verliert, wenn sie nicht nah bei den Menschen ist“. Dann löste sie ein Sprachgeheimnis auf. Normalerweise heißt ein solcher Gottesdienst 'Verabschiedung in den Ruhestand'. "Ruhestand: Das Wort alleine geht bei ihm schon nicht. Jetzt legt er erst los mit einem Kampf für eine gerechtere Welt“, erklärte Beuth. Deswegen hat Hans Mörtter das altmodisch Entpflichtung genannt. Von heute an steht hinter seinem Namen, Pfarrer i. R., was allerdings im Ruhestand heißt, aber da ginge bei ihm wohl der Blutdruck in die Höhe. Deswegen hat Beuth sich überlegt, wie das umzubenennen sei. Bei Hans Mörtter heißt i. R. künftig „in Ruhestandsverweigerung“, verkündigte sie. In den Jubel der Anwesenden rief Beuth hinein: „Du bleibst der Mensch, der du bist“.

Hans Mörtter wurde von der Bürgermeistern Brigitta von Bülow geehrt und auch der Bezirksbürgermeister Andreas Hupke fand würdigende Worte. Der frisch „Entpflichtete“ nutzte den Anlass dazu, sich bei allen Weggefährt:innen und seinen Teams zu bedanken. Einige von ihnen kamen zu Wort, wie Pfarrer Christoph Rollbühler von der Christuskirche, der ihn als den „Schimanski *) unter den Pfarrern" bezeichnete, und Pfarrer Mathias Bonhoeffer ehrte ihn in seiner Funktion als Vorsitzender des Presbyteriums. Die Presbyter:innen würdigten ihn ebenfalls und auch das Team des Kindergottesdienstes, Britta Oberrauch und Hannah Riedel. Die Kinder haben gesammelt und ihm einem Apfelbaumsetzling geschenkt. (Der Spruch: Und wüsste ich, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen, wird oft Luther zugeschrieben). Und die kleine Nina brachte es auf den Punkt: „Ohne dich wird das nicht mehr das Gleiche sein“.

Dies sind ein paar erste Schlaglichter auf einen bewegenden Gottesdienst mit einer anschließenden Feier mit viel Musik.
Weitere Informationen, Fotos und ein Video über den Tag folgen in den nächsten Tagen.

Text: Helga Fitzner

*)
Horst Schimanski war ein fiktiver Tatort-Kommissar (von 1981 - 1991), der sich vor allem durch Unangepasstheit auszeichnete und von Götz George verkörpert wurde.

Predigttext von Wilfried Schmickler

Meine Damen und Herren, oder wie man an einem Ort wie diesem zu sagen pflegt, liebe Brüder und Schwestern!
Liebe Gläubige, liebe Scheinheilige und liebe Ungläubige!
Hochgeschätzte Zweifelnde und bedauernswerte Irrende!
Sehr verehrte Hadernde, Schwankende und Zögernde!
Geliebte Gutmenschen.

Heute hört er auf, unser Lieblings-Seelsorger, unser Prediger des Friedens, der Toleranz und der Menschlichkeit, unser Veedels-Pastuhr.
Ich habe in der letzten Zeit mit vielen Leuten gesprochen, die meinten: „Ach, jetzt hört auch noch der Mörtter auf. Was sind das für trostlose Zeiten: alles hört auf!“
Das ist natürlich kompletter Humbug. Denn das Wesen von allem ist, dass es gar nicht aufhören kann.
Es ist doch so: Wenn ich aufhöre von der Zukunft zu sprechen, kommt jemand anders spricht von der Vergangenheit.
Wenn du aufhörst mit mir zu streiten, streitest du eben mit jemand anderem.
Wenn er aufhört seine Frau zu verprügeln, verprügelt er seine Kinder.
Wenn sie aufhört schlecht über ihre Nachbarin zu reden, redet sie eben schlecht über die Verkäuferin im Supermarkt. Wenn es aufhört permanent zu regnen, scheint eben permanent die Sonne.
Wenn wir aufhören, unsere Feinde zu bekämpfen, bekämpfen unsere Feinde uns.
Wenn ihr aufhört, euch über das schlechte Essen zu beschweren, beschwert ihr euch eben über die warmen Getränke.
Wenn sie aufhören, dem Prediger zu glauben, glaubt der Prediger eben an sich selbst,
Es kann also gar nicht aufhören. Weil wenn es aufhören würde, wäre es vorbei. Und wenn es vorbei wäre, ginge es nicht mehr weiter. Und wenn es nicht mehr weiterginge, würde sich niemand mehr dafür interessieren, w i e es denn weiter geht.
Und wenn sich niemand mehr dafür interessieren würde, wie es denn weiter geht, gäbe es in der nächsten Woche keine neue Folge von „In aller Freundschaft“.
Die gibt es aber. Die hat sogar schon einen Titel: „Voll-Narkose im Erzgebirge“. Also bitte! Das ist doch der beste Beweis: Es hört nicht auf.
Und wenn es trotzdem aufhören sollte, dann kommt was Neues. Zum Beispiel: „In alter Freundschaft“ oder „In ewiger Freundschaft“.
Wahrscheinlich ist das längst in Planung. Wie die Erhöhung des Renten-Eintritts-Alters.
Oder die Umsiedlung der Fleder- und Haselmäuse unter der Autobahnbrücke Rahmede auf der A45 zwischen den Anschluss-Stellen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid-Süd.
Oder die Stationierung von Mittelstrecken-Raketen-Werfern im Baltikum. Oder die Anschaffung von Tarnkappen-Bombern für die Bundeswehr. Das wäre doch alles sinnlos rausgeschmissenes Geld, wenn es nicht weiter ginge.
Also: Ich höre nicht auf von der Zukunft zu sprechen. Du hörst nicht auf zu streiten. Er hört nicht auf zu prügeln. Es sei denn, er macht ein Anti-Aggressions-Training, dann fängt er eben an, Klo-Rollen-Hütchen zu häkeln.
Sie hört nicht auf zu reden. Es hört nicht auf zu regnen. Wir hören nicht auf zu kämpfen. Ihr hört nicht auf, euch zu beschweren und sie hören nicht auf zu glauben.
Aber an was? An einen Gott ohne Zukunft? An eine Zukunft ohne Gott?
Jesus Christus, meine Damen und Herren, Jesus Christus würde heute als Unterwerfungs-Pazifist mit Schimpf und Schande aus den Talk-Shows gejagt und anschließend von Anton Kasernenhofreiter höchstpersönlich ans Kreuz genagelt
„Mich dürstet!“ – „Ja, dann verreck doch, elender Despoten-Versteher“.
„Wenn Dir einer auf die rechte Wange haut, dann halte ihm auch die Linke hin.“
„Gebt ihm doch bitte eins auf die Fresse. Damit er endlich sein defätistisches Maul hält.“
„Liebe Deine Feinde!“
Wie meinen? Ich liebe Putin! Du liebst Assad! Er liebt Jinping! Sie liebt Al Mahdi! Wir lieben Lukaschenko! Ihr liebt Erdogan! Sie lieben Hans-Georg Maaßen!
Nichts da! Wir werden kämpfen! Wir werden siegen! Und die Städte werden in Trümmern liegen! Wir werden nicht weichen hinter Bergen aus Leichen, und am Heldengedenktag werden die Mütter der Helden gedenken.
Jetzt haben wir über 2000 Jahre an diesen Spinner aus Nazareth geglaubt. Es reicht!
Den beiden ehemals den spirituellen Ton angebenden Kirchen laufen die Mitglieder davon. Seit den 60er Jahren hat sich ihre Zahl halbiert. In Köln müssen sie drei Monate warten auf einen Termin zum offiziellen Kirchenaustritt.
70 Prozent der Ostdeutschen sind konfessionslos. Forscher einer amerikanischen Universität haben herausgefunden, dass Ostdeutschland die gottloseste Gegend der Welt ist. Und so sieht es da auch aus.
In den Feuilletons der Dichter und Denker werden prominente Dichter und Denker gefragt: An was glauben Sie denn?
Da stammeln dann sie rum, die prominenten Klatschpappen, und nuscheln irgendetwas von Liebe und Familie, von dem Guten im Menschen und der Power der Herzen, von der Freiheit des Geistes und der Objektivität der Wissenschaft, aber nicht einer - nicht einer! - ist dabei, der sagt:
„Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde und an Jesus Christus seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geiste, geboren aus Maria der Jungfrau.“
Nicht einer, der glaubt an die Gemeinschaft der Heiligen, den Nachlass der Sünden, die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben.
Stattdessen lesen wir von einem singenden Fleischberg namens Rummel-Snuff, dessen Lieder „Bratwurstzange“ heißen oder „Donnerbalken“, der allen Ernstes bekennt, er glaube an „Gewichtszunahme durch Krafttraining“.
Und auf die Zwischenfrage „Warum?“ antwortet: „Weil es wahr ist. Durch schwere Gewichte wird man schwerer!“
Was für eine Verwirrung muss da über die Menschen gekommen sein? Was für eine Aussichtslosigkeit?
Dabei ist die Sehnsucht nach Sinn und Hoffnung in dieser schweren Zeit größer denn je. Die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Schutz, nach einem Sinnzusammenhang. Was gibt uns noch Halt? Was können wir tun, um frohen Mutes in die Zukunft zu schauen.
Völlig verstörte Seelen buchen Entdeckungsreisen ins spirituelle Irgendwo. Zahlen viel Geld für esoterische Einführungen in den Weg der Selbst-Beleuchtung. Sind Suchende in den Häusern des Schweigens.
Heute super Stimmungs-Angebote für alle Gemüts-Zustände von den Meisters des Mumpitzes, die mit Zimbeln, Kristallen, Wünschelruten und Traumfängern den heilenden Energie-Flüssen nachspüren.
Lara hat ihre Mitte gefunden. Schön! Simon muss nach jeder Meditation weinen. Superschön.
Barbara ist nach einem Seelen-Streichel-Kurs viel mehr bei sich. Supersuperschön.
Wenn der Glaube an Gott nicht mehr taugt, na dann glauben wir eben an die Wiedergeburt in der ewigen Knete der Ursuppe.
Oder an die transzendentale Energie des Dinkelbrots nach dem Rezept der Mathilde von Quedlinburg.
Oder an die Regeneration der verkümmerten Seele durch gezieltes Training der Selbstwert-Muskeln. Oder an irgendeinen anderen Humbug.
Und dann weiter und weiter und immer so weiter. Aufhören ist was für Schwäch- und Feiglinge. Für Fatalisten. Für Nihilisten. Nihilisten, wie diesen Friedrich Nietzsche. Diesen unglaublich schlecht gelaunten Sachsen mit der Riesen-Rotzbremse. Der hat sich vielleicht einen Quark zusammen baldowert.
„Wahrlich ein schmutziger Strom ist der Mensch. Man muss schon ein Meer sein, um diesen schmutzigen Strom aufnehmen zu können, ohne unrein zu werden“
Sowas will doch keiner lesen. Da lob ich mir doch so einen positiven Menschen wie den Kölner Weltmeister Litti Littbarski. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, können wir vielleicht auch da wieder anknüpfen, wo wir eigentlich hinwollen.“
In diesem Sinne lieber Hans: die Suche nach dem Edlen, dem Hilfreichen, dem Guten hört nicht auf. Und deshalb hörst Du auch nicht auf, weiter mit zu suchen. Und das ist gut so. Die Welt braucht Spinner wie Dich. In Gottes Namen. Amen!

Mit freundlicher Genehmigung von Wilfried Schmickler

Grußwort von Pfarrer Christoph Rollbühler

Lieber Hans!
Ich darf für das Pfarrteam eine Minute und sieben Sekunden etwas sagen. - Als ich dich das erste Mal erlebt habe, war ich im Gemeindepraktikum. Ich glaube, es war so 1998. Das war tatsächlich an der Christuskirche. In jedem Fall hast du beim Eingangsvotum eine Rose genommen, in das Mikrophon gehaucht, fast schon lasziv, die Rose komplett gerupft und in die Gemeinde geschmissen. Und ich saß mit offenem Mund und dachte: Okay, der ist anders.
Als ich nach den vielen Wanderjahren zurück in die Gemeinde kommen durfte, jetzt als direkter Kollege, hat sich mein Bild von dir bestätigt.
Hans, du bist der Schimanski unter den Pfarrern. Und das sage ich in aller Hochachtung. Bei dir weiß man haargenau, was man bekommt. Und umgekehrt, auch was man nicht bekommt. Bei dir steht drauf, was drin ist. Das ist der Grund, weswegen du in den letzten Jahrzehnten für die Menschen und für die Stadt so viel bewegen konntest. Und Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut, das wir haben, und zugleich, die Achillesverse, die uns zur Zeit wanken lässt.
Ja, als Kollege warst du total verlässlich. Auch ich habe nachts Mails bekommen. Die ich oft nicht ohne Augenrollen am nächsten Morgen gelesen habe. Oh, Hans. Aber auch da war klar, wofür du das tust und dich einsetzt. Wenn ich einen Rat brauchte, warst du da, und innerhalb kürzester Zeit.
Auch, wenn du ja gar nicht weg sein wirst, das wissen wir, du reißt eine Lücke in unser Team: Denn Markus (Herzberg von der Antoniterkirche)  ist nicht Hans, Mathias (Bonhoeffer von der Kartäuserkirche) ist nicht Hans und auch ich kann nicht so laut und dreckig lachen wie du. Die Zukunft unserer Gemeinde werden wir nur gestalten können, indem wir den großen Kleiderschrank aufmachen. Die Sockenkiste wird nicht reichen.
Aber, egal, was kommt, muss dein klarer Kompass sichtbar sein. Weil es mit Glaubwürdigkeit zu tun hat.
Aber, lieber Hans, du bist ja eh gekommen um zu bleiben. Von daher. Bis bald
Pfarrer Christoph Rollbühler von der Christuskirche

Ansprache von Superintendentin Susanne Beuth

Lieber Hans,
über dein vielfältiges Engagement in den letzten 35 Jahren und über das, was du weiterhin tun willst, brauche ich nichts zu sagen. Das wissen wir alle. Und falls jemand nicht Bescheid weiß, kann man sich in Stadtanzeiger, Rundschau, Lokalzeit und auf Internetplattformen informieren. Denn die Zeit ist knapp: Du willst ja noch feiern.

Deshalb bleibe ich mal beim Innerkirchlichen, dem was die meisten hier nicht miterlebt haben: In den Pfarrkonventen und Kreissynoden hast du uns Evangelische hier im Zentrum von Köln seit Jahrzehnten immer wieder mit eindringlichen Worten ermahnt, dass unsere Kirche ihre Daseinsberechtigung verliert, wenn wir nicht nahe bei den Menschen sind und ihre Sprache sprechen.

Für diesen Gottesdienst heute aber hast du dich für ein Wort entschieden, dass doch recht altmodisch klingt: Entpflichtung. Überall sonst in der evangelischen Kirche reden wir in der Öffentlichkeit bei diesem Anlass von Verabschiedung in den Ruhestand – das verstehen die Menschen nämlich - und nur im innerkirchlichen Verwaltungsdeutsch heißt es noch Entpflichtung.
Warum also kannst du – gerade du! - dich für ein Wort aus dem Verwaltungssprech begeistern?

Der Grund ist – wie wir alle wissen -, dass du keine Ruhe geben willst, sondern wie du immer wieder erklärt hast: Jetzt erst richtig loslegst mit deinem Kampf für eine gerechtere Welt – und das nun endlich in evangelischer Freiheit.
Das Wort Ruhestand passt dazu ganz und gar nicht.

Aber es hilft ja nichts. Du bleibst auch nach dem 30. September Pfarrer der evangelischen Kirche. Du bekommst weiterhin gelegentlich Post vom Landeskirchenamt. Die wird dann an Pfarrer i.R. Hans Mörtter adressiert sein.
Wahrscheinlich geht dann jedes Mal dein Blutdruck in die Höhe und du ärgerst dich mal wieder über deine Kirche, die dir einfach nicht gerecht wird.

Deshalb habe ich überlegt, wofür diese Abkürzung in deinem besonderen Fall stehen könnte, so dass du vielleicht sogar stolz auf sie sein könntest: Und ich glaube, die richtige Aussprache des i.R. für dich ist: Pfarrer in Ruhestandsverweigerung Hans Mörtter.

Du bleibst ja nicht nur Pfarrer – du bleibst auch der Mensch, der du bist. Mit dieser besonderen Energie. Mit dieser besonderen Begabung andere für deine Ziele zu begeistern. Und da ist es gut, wenn du das noch lange in der Ruhestandsverweigerung tun kannst. Ich wünsche dir, dass du die Kraft und Energie für eine gerechtere Welt einzutreten noch sehr lange behältst.

"Holy Mörtter" - Südstadtchor spricht Hans Mörtter heilig.
Gaby Falk hat Mörtters 35 Jahre genial zusammengefasst

Die Entpflichtung von Hans Mörtter wurde durch Superintendentin Susanne Beuth vorgenommen, Foto: Tim Lahr

Superintendentin Susanne Beuth gibt Pfarrer Hans Mörtter nach seiner Entpflichtung den Segen, Foto (auch das oben): Pfarrer Tim Lahr

Der Lutherchor unter der Leitung von Kantor Thomas Frerichs sang anlässlich Hans Mörtters Entpflichtung, Foto: Helga Fitzner

Der Lutherchor sang unter der Leitung von Kantor Thomas Frerichs
Foto: Helga Fitzner

Auch die Presbyter und Presbyterinnen verabschiedeten Hans Mörtter feierlich, Foto: Helga Fitzner

Die Presbyter und Presbyterinnen fanden bewegende Worte,
Foto: Helga Fitzner

Während des Entpflichtungsgottesdienstes würdigte Hans Mörtter unseren Kantor Thomas Frerichs, Foto: Helga Fitzner

Hans Mörtter feierte unseren Kantor Thomas Frerichs, Foto: Helga Fitzner

Während des Entpflichtungsgottesdienstes stellte Pfarrer Hans Mörtter die Pfarrsekretärin Monika Hagenmayer vor, die weiterhin wichtige Aufgaben übernehmen wird, Foto: Helga Fitzner

Hans Mörtter stellte die Pfarrsekretärin Monika Hagenmayer vor, die nun eine noch wichtigere Stütze der Lutherkirche werden wird, Foto: Helga Fitzner

Pfarrer Hans Mörtter nach seiner Entpflichtung im Atrium der Lutherkirche, Foto: Helga Fitzner

Nach seiner Entpflichtung wurde Hans Mörtter gefeiert, Foto: Helga Fitzner

Hans Mörtter wurde vom Südstadtchor

Der Südstadtchor sang und sprach ihn sogar heilig, Foto: Helga Fitzner

Nach dem Entpflichtungsgottesdienst gaben Alessandro Palmitessa, der Leiter des Menschensinfonieorchesters, und Pfarrer Hans Mörttereine Improvisation, und erzählten von ihrer langjährigen Zusammenarbeit, Foto: Helga Fitzner

Alessandro Palmitessa, Leiter des Menschensinfonieorchesters, und Pfarrer Hans Mörtter eint eine langjährige Freundschaft, Foto: Helga Fitzner