Aktion Weihnachtswunsch

Die Weihnachtselfen von der Lutherkirche

  "Ja – in unserer Nachbarschaft gibt es sie: Eltern und allein erziehende Mütter, die ihren Kindern keine Weihnachtswünsche erfüllen können. Als wir 2007 einmal genauer hingesehen haben, kamen uns immer mehr Kinder in den Blick. Eine Aktion musste her. Wir haben schöne Weihnachtsbaum-Papier-Wunschzettel verteilt und gefragt, was sich die Kinder vom Lutherkirchen-Weihnachtsmann wünschen. Eine Liste von fast dreißig Wünschen kam zusammen, darunter ein Fahrrad, ein Füller, ein Schreibtisch, eine Kette mit Engelanhänger, ein Kickboard oder ein spezielles Buch. Die Wunschzettel haben wir in der Gemeinde verteilt. Unglaublich die Reaktion darauf: Alle Wünsche wurden erfüllt!

Die Beteiligten waren begeistert: Die Geber – übrigens meistens keine Wohlhabenden - die kleine Wünsche selbst erfüllen oder sich für die richtig großen zusammen tun und endlich einmal konkret in der Nachbarschaft helfen konnten. „Reichlich beschenken und damit glückliche Kinderaugen bewirken, das ist wie selbst beschenkt werden.“ Und Eltern, die nicht mit dem Christkind der Lutherkirche gerechnet haben ebenso. Für sie ist das ein richtiger Energieschub, der Auftrieb gibt, weil sie wahrgenommen werden, weil sie erleben, dass sie nicht allein sind.

Kurz vor Weihnachten übergeben nicht die Paten selbst, sondern freiwillige Gemeindeglieder die Geschenke den Eltern. Der Schutz ihrer Privatsphäre ist uns wichtig.

Meine Aufgabe ist es, Weihnachtswünsche einzusammeln. Einmal war ein richtig großer Wunsch dabei, quasi unerfüllbar. Aber wenn eine Gemeinde etwas anfängt, muss sie auch dafür einstehen und zeigen, dass zu Weihnachten Wunder möglich sind. Über Südstadt-Leben e.V. und die Gottesdienstbesucher und -besucherinnen fanden sich blitzschnell Menschen, die begeistert Wünsche übernahmen und sie erfüllten. Dazu kamen zahlreiche Geldspenden, mit denen wir die größeren Wünsche ermöglichen konnten. Kein einziges Kind ging leer aus! Manch einer hat sich gewundert, dass teilweise so teure Wünsche erfüllt worden sind. Ein gutes gebrauchtes Klavier – Märklin-Eisenbahn, ein Sommerurlaub für Mutter und Kind … Eigentlich waren das unerfüllbare Traumwünsche. Die Kinder wissen das und träumen trotzdem davon. Das ganze Jahr über gibt’s kaum etwas, weil kein Geld da ist. Und was es gibt, ist second hand. Na und? fragt mancher. Und ich sage, dass da einfach auch Würde verloren geht, wenn das ausschließlich nur so ist. Kinder müssen erleben, dass sich auch unerfüllbare Traumwünsche manchmal erfüllen. Nur so entwickeln sie auch Visionsfähigkeit, was für die Zukunft eines Gemeinwesens wichtig ist.

Wir danken allen, die bisher so engagiert mit gemacht haben. Insbesondere auch den Südstadt-Läden Hampelmann, Traumfarben, der Buchhandlung Am Chlodwigplatz, der Metzgerei Hennes sowie Peter und Christoph von Stadtrad, Wild & Geflügel Erhardt und Obs un Jemös.

Klar ist, dass wir alle Jahre wieder die Weihnachtswunsch-Aktion starten
werden. Es ist einfach wunderbar, Menschen unerwartet glücklich zu sehen. Das ist eine starke positive Energie, die auf ihre Weise weiter führt.
Wir danken folgenden Geschäftsleuten für Ihre großzügige Unterstützung:

Ein glücklicher Pfarrer Hans Mörtter"

Spendenkonto
Ev. Gemeinde Köln
Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE49 3705 0198 0007 7020 12
BIC: COLSDE33
STICHWORT: Weihnachtswunsch Lutherkirche -  GANZ WICHTIG

Artikel auf kirche-koeln von 2012
Artikel auf www.kirche-koeln.de von 2010

Foto: Timo Belger

Danksagung und Fotos von der Weihnachtsaktion 2016

Danksagung von Pfarrer Hans Mörtter 2012

"Zum sechsten Mal wieder geschafft. Einen riesigen Dank an alle Christkind-HelferInnen, die es ermöglicht haben, dass die Traumwünsche von 52 Kindern aus Südstadt und Severinsviertel sich Heiligabend erfüllen. Die einen haben Wünsche übernommen und sie liebevoll erfüllt. Andere haben gespendet, damit wir die größeren Wünsche erfüllen konnten, inklusive für eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern Sommer-Reitferien. Ebenso habe ich Einzelnen Geld in die Hand gedrückt, damit sie mit ihren Kindern Weihnachten frei genießen können. 

Feuchte Augen, strahlende Gesichter und Tränen gab’s reichlich. Es macht glücklich, so viel Glück erleben zu dürfen. DANKE Euch allen.

Einen Dank auch an Peter, Monika und Christoph von Stadtrad, mit denen ich 12 tolle Fahrräder aussuchen durfte – zum Einkaufspreis! Ebenso auch
der Naturmetzgerei Hennes für drei großzügige Einkaufsgutscheine und den Buchhandlungen Am Chlodwigplatz und Der andere Buchladen."

Ihr und Euer Hans Mörtter 

Aktion "Nah und Fern" Weihnachten 2011

Zu Weihnachten verbinden wir an der Lutherkirche das Nahe und das Ferne tatkräftig

DAS NAHE
Dank der Unterstützung vieler Kölner/innen erfüllen wir „unmögliche“
Weihnachtswünsche von Kindern, deren Eltern oder alleinerziehende Mütter warum auch immer arm sind.

83 Wünsche - ein Urlaub für eine fünfköpfige Künstler-Familie, die noch
nie Ferien gemacht hat und nicht weiß, dass sie das Heiligabend geschenkt bekommen wird, 3 x einjähriger Musikunterricht (Geige, Klavier, Gesang) und finanzielle Unterstützungen von Familien für ein schönes Weihnachtsfest – im Wert von ca. 11.000,- Euro  - und das umgesetzt in nur drei Wochen. Weil unsere Nachbarn das  w e r t  sind Tränen fließen, Glück, Würde, Kraft und Energie – einfach unglaublich, was damit frei gesetzt wird.

DAS FERNE
„denn es war kein Platz in der Herberge“

Im Mittelmeer ertrinken jährlich tausende Flüchtlinge ohne Auswirkungen
auf europäische Politik. Hans Mörtter, der Künstler Cornel Wachter und der Graphiker Timo Belger wollen das mit Heiligabend nachhaltig zum Thema machen. In der Christvesper der Lutherkirche-Südstadt werden 333 Handspiegel als Kunstobjekt verschenkt, ermöglicht durch eine großzügige Spende des dm-Marktes. Auf einer Seite ist herrlich blaues Meer abgebildet, mit einem Flüchtlingsboot und dem Titel Lampedusa. Auf der anderen Seite kann man sich selbst im Spiegel sehen, transparent aufgeklebt ein Zitat von Heinrich Böll vom Sept. 1979: „… der vom Ertrinken bedroht ist, den frage nicht nach seiner politischen Einstellung, auch nicht nach seiner sozialen Herkunft (…) Ich denke wir sollten wirklich zurückgehen auf das Urmotiv der Lebensrettung (…)“. So kommt Gott zur Welt.

Unser Ziel
Die Erkenntnis, dass wir als Menschen angesichts des Flüchtlingsdramas herausgefordert sind. Das soll zum Thema werden in den Familien, Freundeskreisen, unserer Gesellschaft. Nur so entsteht Druck auf die Politik, anders als bisher mit dieser Katastrophe umzugehen.

Pfarrer Hans Mörtter, Tel.: 38 44 63
moertter@f0cdfacfdb764ca697a70664cdead81ekirche-koeln.de

Ausführlicher Artikel auf kirche-koeln.de

Bildunterschrift

Dankesbrief der Eltern zweier Kinder von 2010

"Lieber Hans Mörtter, liebe Luther-Christkind-Helfer, liebe Gemeinde!

Es gibt keine Worte, die beschreiben können, welch eine unglaubliche Freude Sie unseren Kindern und uns gemacht haben. Wir sind sprachlos! Noch nie habe ich eine Gemeinde erlebt, die sich mit so viel Liebe und Engagement die Wünsche der Kinder zu Herzen nimmt. Die Freude der Gemeinde, die Kinder zu beschenken, die Liebe, mit der sie nicht nur unsere Geschenke, auch alle anderen besorgt und eingepackt haben, hat uns sehr berührt. Danke! Danke! Danke!

Als die Kinder sich Fahrräder gewünscht haben, waren wir etwas verlegen über die Größe der Wünsche, doch Hans Mörtter versicherte uns, die Kinder sollten sich ruhig das wünschen, was sie schon lange wollten. Dass sie uns dieses ermöglicht haben, dafür können wir uns nicht genug bedanken! Die Kinder waren überwältigt! Noch nie waren sie die Erstbesitzer eines Rades. Ihre Fahrräder wurden entweder beim Sperrmüll gefunden, vererbt oder zusammen gebastelt. Noch nie haben sie so schicke Räder besessen. Als wir den Kindern die Geschenke des
Luther-Christkindes überreichten, haben sie mit unglaublich großen Augen gestaunt. „Sind die wirklich für uns?“ fragte Julian und schrie „Danke liebes Luther-Christkind, das ist mein schönstes Geschenk!“ Celina wurde in eine Art Schock versetzt. „Oh ha, das Rad ist wunderschön! Ich glaub es nicht! Danke, liebes Luther-Christkind!“ Beide Kinder fingen an zu springen und kriegten sich nicht wieder ein. Leider war es noch eisig draußen, so dass sie bis diese Woche warten mussten, um die Räder auszuprobieren. Jetzt fahren sie jeden Tag zur Schule, mit schicken, sicheren Fahrrädern.

Auf die Fahrräder angesprochen, erzählen wir mit Stolz, wie Hans Mörtter und die Menschen der Luthergemeinde es den Kindern ermöglichten, ihre sehnlichsten Wünsche wahr werden zu lassen und zwar ohne, dass die Beschenkten wissen, wer sich dabei beteiligt hat. Als Antwort haben wir öfters gehört, „schön, das ist im Sinne des christlichen Glaubens…“ Lange haben wir überlegt, wie wir uns dafür bedanken könnten … Der Blumenstrauß symbolisiert die Reaktion der Kinder auf das Geschenk, eine unbändige bunte, fröhliche Freude. Im letzten Jahr sind wir regelmäßig mit den Kindern in die Natur gegangen und haben bei jeder Gelegenheit Wildkräuter, Beeren- und Baumblätter, Blumenblätter gesammelt,
um damit einen ganz besonderen Tee herzustellen. Jedes dieser Kräuter hat seinen eigenen Geschmack und seine eigene Heilwirkung. In der Teemischung sind 30 verschiedene Pflanzen enthalten. Mit viel Liebe haben wir diese Teemischung zusammen gestellt, genau wie sie mit viel Liebe den Kindern ihre Wünsche ermöglichten. Wir hoffen sehr, dass er ihnen mundet!

Nochmals vielen herzlichen Dank!

Die Eltern von den stolzen Fahrradbesitzern Celina und Julian"


ANMERKUNG
"Den Tee mit Kerzchen und Dankesbrief habe ich geteilt. Das reichte natürlich nicht für alle. Ich bin glücklich, dass so viele bei unserer Aktion „dem Christkind helfen“ mitmachen. Das ist wie ein kleines herrliches Wunder, das Energie und Hoffnung schenkt. Mich bewegt das sehr. Manche Eltern oder Mütter muss ich drängen, dass sie die Wünsche ihrer Kinder zulassen. Ich freue mich, dass sie sich am Ende nicht beschämt fühlen und erlebe ihr Glück und ihre Tränen. Fahrrad-Wünsche wie bei Celina und Julian stehen jedes Jahr auf den Wunschzetteln. Ermöglichen können wir das über die wunderbaren Geldspenden (inklusive guter Schlösser!) Aber ohne die großzügige Unterstützung durch Peter und Monika von Stadtrad in der Bonner Straße wäre das nicht möglich. Sie haben uns von Anfang an
bei unserer Aktion unterstützt.

Ich danke Euch allen, die Ihr mitmacht. Es ist etwas besonderes und unendlich kostbar.
Euer Hans Mörtter"

Hans Mörtter vor dem Altar mit den Geschenken für die Aktion Weihnachtswunsch 2015, Foto: Timo Belger

Weihnachtswunschaktion 2015, Pfarrer Hans Mörtter und die Geschenke