Historisches über die Lutherkirche Köln

In ihrer über hundertjährigen Geschichte hat die Lutherkirche in der Kölner Südstadt schon vieles erlebt und überlebt

Wie sie die Räumlichkeiten heute nutzen und empfinden, davon erzählen Thomas Frerichs und Hans Mörtter unter "Kirchenraum".

Der Architekt Volker Langenbach hat sich Gedanken über die Verbindung von Spiritualität und Kirchenraum gemacht. Seine erhellenden Gedanken finden Sie unter  "Architektur und Tranzendenz".

In unserer  Zeittafel   geben wir Ihnen ein paar Fakten und Daten zur Zeitgeschichte in Bezug auf die Lutherkirche. Wussten Sie, zum Beispiel, dass Pfarrer Hans Mörtter schon seit 1987 an der Lutherkirche ist? Oder wann die Lutherkirche wiederaufgebaut wurde?

Text und Detailfotos: Helga Fitzner
Foto vom Interieur: Simon Vogel

Kirchenraum

Ein geschützter Raum

Gemütlich ist der Raum zunächst nicht, aber der Backstein der Wände strahlt für mich Wärme aus. Es ist schön, dass der Raum die fast kreisförmige Sitzanordnung zulässt. Dadurch betont er die Gemeinschaft.

Das absolut Schöne an dem Raum ist, dass er das spirituelle „Zusammen-Feiern“ ermöglicht. Das ist ganz klar ein geschützter Raum.

Thomas Frerichs

Ein dialogischer Raum


Da steht zum Beispiel eine Urne oder ein Sarg, es entstehen teilweise schwierige Situationen, bei denen man fast den Atem anhält und dann irgendwann findet dort die Karnevalsfete oder der Tangogottesdienst statt, das gehört alles dazu.

Manchmal denke ich, atmet hier noch jemand? Soviel spirituelle Dichte lässt dieser Raum zu.

Im Rückblick fällt mir auf, dass die Offenheit des Raumes, unsere Suche nach den verschiedenen Möglichkeiten Abendmahl zu feiern, immer zugelassen hat.

Der Raum gibt das eben her, dass ich erst einmal ankommen kann. Dass ich hier sein kann. Dass ich für den Augenblick hier zu Hause bin, mit dem was mich bewegt.

Ein dialogischer Raum auch, weil er Begegnungen ermöglicht, erst einmal mit mir selbst und dann darüber hinaus. Ich kann darin frei sein und loslassen und damit empfänglich werden.

Kirchenraum als Werkstatt - So entstand das Wandbild

Den Maler des Wandbildes, Christos Koutsouras, habe ich außerhalb der üblichen Kirchenszene kennen gelernt. Das Bild hat sich wie selbst-verständlich aus unseren gemeinsamen Gesprächen entwickelt. Erde, Blut, Versöhnungsritus, Opfer, all das hat uns schon vor dem Bild in den gemeinsamen Gesprächen beschäftigt. Als Künstler hat er dann die Kraftdimensionen entdeckt. Eine ältere Dame aus der Gemeinde hat die Leinwand genäht. Gemalt hat der Künstler rund um die Uhr auf dem Boden der Kirche. Die Kirche war vier Wochen lang eine Werkstatt. Die Bänke waren an die Seite geräumt. Von dort haben die Menschen den Prozess beobachtet. Der Prozess im Dialog mit dem Ort war der Wahnsinn. Ohne den Ort wäre das Bild so nicht entstanden.

Hans Mörtter

Architektur und Transparenz

Mensch und Raum

Nicht die große, um Aufmerksamkeit heischende architektonische Geste prägt diese Kirche, sondern es ist der einzelne Stein, der gleich den Gliedern der Gemeinschaft das Ganze erschafft. Die Steine geben sich gegenseitig Halt. Ihr Verbund ermöglicht Stabilität.

Auf der Suche nach uns selbst erleben wir einen Raum, der mit seiner Leere den notwendigen Freiraum lässt. Die Leere des Raumes wirft den Ruf des Suchenden auf ihn selbst zurück.

Klarheit in der Raumbildung, kein barockes Abbild eines imaginären Reiches Gottes, sondern das Wesentliche „sichtbar-machen“, so tritt die Architektur in einen Dialog mit den Menschen, der von großer Aktualität ist.

Die reduziert eingesetzten architektonischen Mittel geben den Menschen Raum. Der offene, klare Raum bietet Zuflucht, „hier darf ich ankommen“. Dabei bringt die Höhe des Raumes die Erdenschwere der Wände ins Gleichgewicht.

Darüber hinaus wird die Monumentalität der Wände durch die asymmetrische Anordnung der Öffnungen gebrochen. Diese Brüche sind es, die eine Nähe zum Menschen herstellen.

Der Erdverbundenheit der Wände und des Bodens werden die Buntheit der Fenster und das plastische Streiflicht im Altarraum als Kontrapunkte gegenüber gestellt.

So bekommt der Raum sein Gleichgewicht. Eine Harmonie stellt sich ein, wie sie nur von einem „von Gott beseelten“ Architekten geschaffen werden kann. Ein Raum, der mit den Menschen in Balance ist, Schutz und Verheißung zugleich. Die Gemeinde, die hier versammelt ist, ruht in sich selbst.

Interieur der Lutherkirche, Foto: Helga Fitzner

Licht wird wie ein kostbares Gut sparsam behandelt, so wird es zu einer Botschaft aus einer fernen Welt. Im Innern des Kirchraumes wird die Außenwelt nur noch spärlich angedeutet. Selbst das raumhohe Fenster an der Südostwand ist mit tiefen Betonlaibungen und antikem Glas so trennend gestaltet, dass die Erinnerung an das Atrium dahinter nur eine leise Ahnung bleibt. Ein schemenhafter Blick auf das Vergangene, den Hinweg, und das Zukünftige, den Rückweg. Der Lichteinfall aus dem Fenster zum Atrium umschmeichelt den Besucher selbst bei hartem Sonnenlicht sanft wie in einem Blätterwald. Doch es gibt auch eine Steigerung in der Lichtführung. Von der Dunkelheit am Eingang unter der Orgelempore hin zur Helligkeit des Altarraumes mit den raumhohen, seitlichen und ebenfalls blickdichten Lichtöffnungen.

Der Bogen der Altarwand unterstützt dabei den Eindruck der Befreiung.

Nicht die große, um Aufmerksamkeit heischende architektonische Geste prägt diese Kirche, sondern es ist der einzelne Stein, der gleich den Gliedern der Gemeinschaft das Ganze erschafft. Die Steine geben sich gegenseitig Halt. Ihr Verbund ermöglicht Stabilität. 

Orgel der Lutherkirche, Foto: Helga Fitzner

Radikal fragmentarisch wirkt das fragile Gefüge aus Glassplittern des kleinen, quadratischen Fensters über der Kanzel. Die farbliche Grundstimmung ist kräftig, dunkelrot und purpur gemischt mit Meeresfarben von Türkis bis zu einem tiefen Blau. Die Meeresfarben blasser aufnehmend, aber um so größer in der Fläche ist das Fenster neben der Orgel, es bringt die asymmetrische Anordnung der Orgel und deren Farbigkeit an der rückseitigen Querwand der Kirche ins Gleichgewicht. Material und Wirkung Decke, Wände und Boden erzeugen eine Körperlichkeit, deren
Magnetismus innerhalb des Raumvolumens wie eine schützende Hülle „Heimat“ bietet.



Die innen sichtbaren, tönernen Dachziegel des Satteldachs und die im Innenraum erlebbare archaische Stärke der Mauerwände stehen für einen Raum, der beherbergen und schützen möchte. In den Außenwänden ragen einzelne aus dem Maß geformte Brandsteine heraus, wie Findlinge in einem mediterranen Bauernhaus. Schlichte Holztüren weisen den Weg. Die Stufen zu Orgel und Kanzel, frei aus dem Mauerwerk herauswachsende Platten, setzen im Innern dieses Thema fort.

Taufbecken der Lutherkirche, Foto: Helga Fitzner

Die hartgebrannten Handstrichziegel zeugen von dem Wiederaufbau nach dem Krieg, „Neues Schaffen“ mit einfachen, vorhandenen Mitteln. In der Fügung der Steine an den Laibungen der Fenster wird eine Detailsorgfalt sichtbar, die uns von einem liebenden Architekten erzählt. Über drei Stufen erhebt sich sanft der Altarraum wie ein Teppich aus Travertin, aus dem ein Altartisch in gleicher Materialität entwächst. Der Altar, Tisch und aus dem Boden gewachsener Fels zugleich, wirkt schwebend und schwer, ganz in sich ruhend. Seitlich des Altarraumes, eine Stufe unter dem Bodenniveau, markiert die wasserfarbene Mosaikoberfläche, aus der sich bauchhoch ein roher Travertinstein mit Taufschale erhebt, einen Ort, der die Erinnerung an plätscherndes

Wasser in sich trägt. Gleich Engelsflügeln schwebt der Prospekt der Orgel auf einem schmalen Sockel auf der Empore und bringt damit, die Bedeutung der Orgel unterstützend, das Transzendente ins Spiel.

Zeittafel der Lutherkirche von 1906 bis heute

Die Geschichte der Lutherkirche in Daten und Ereignissen

1906

Als viertes evangelisches Gotteshaus wird die Lutherkirche am 20. Mai, dem Sonntag rogate, eingeweiht. Prof. J. Vollmer entwarf sie im Stil der Renaissance mit Anklängen ans Barock. Das Material der Außenflächen besteht aus rheinischem Tuffstein und Pfälzer Sandstein, der Sockel aus Muschelkalkstein.
1907
Mitteilung an das königliche Konsistorium Coblenz: Die Baukosten für die Lutherkirche auf dem Wormserplatz betragen 492.027,46 Mark. Es wird auf einen Fehlbetrag von 36.196,78 Mark aufmerksam gemacht. - Am Ende beträgt die Bausumme 600,000,-- Mark!!! / Auf Bitte der Gemeinde wird ein Schutzmann vor der Kirche postiert, um Kinder fernzuhalten, die durch Steinwürfe und Geschrei den Gottesdienst stören.
1908
Die Kölner trinken im Jahr 267,5 Liter Bier, während der Landesdurchschnitt bei nur 125 Litern liegt. (Inwieweit die Gemeinde der Lutherkirche darin verwickelt ist, geht aus den Dokumenten nicht hervor.)
1914
Wiederholte Klage der Gemeinde beim Kölner Polizeipräsidenten, dass Kinder die Kircheneingänge verunreinigen, Scheiben einschmeißen und während des Gottesdienstes die Türen aufreißen und in die Kirche brüllen. Daraufhin stehen Schutzmänner während der Gottesdienste Wache / Protestveranstaltung der Kölner Sozialdemokraten gegen den drohenden Krieg.
1917
Otto Klemperer wird Kapellmeister in Köln / Achtzig Kölner Kirchenglocken werden zum Einschmelzen freigegeben. Darunter sind auch die der Christuskirche und die drei Bronzeglocken der Lutherkirche / Konrad Adenauer wird Oberbürgermeister von Köln.
1918
Bei einem Bombenangriff auf die Kölner Innenstadt sterben 14 Menschen / Kölner Arbeiter streiken für die Beendigung des Krieges / Britische Truppen besetzen die Stadt.
1919
Beschlagnahmung der Lutherkirche für die Gottesdienste der britischen Besatzungstruppen. Die Gemeinde weicht in die Aula der Kaiserin-Augusta-Schule aus.
1922
Die Gemeinde beklagt sich bei der Stadtverwaltung über die mangelhafte Beleuchtung des Lutherplatzes: ... "noch vor kurzem ist im Dunkeln vor der Kirche am Bürgersteig eine Dame, Frau Oberstleutnant Bachmeier, die den Gottesdienst besuchen wollte, zu Fall gekommen."
1924
Die drei neuen Stahlglocken der Lutherkirche, Bronze war zu teuer, kosten 126.865 Mark. Die vom Krieg verschonte Bronzeglocke wird verkauft / Vom 4. bis 7. Oktober erster Rheinischer Evangelischer Kirchentag in Köln. Ein Versuch den rheinischen Protestantismus sich selbst und der Öffentlichkeit darzustellen.
1925
Wegen der allgemeinen Not wird der Straßenkarneval untersagt.
1926
Gründung des Westdeutschen Rundfunks in Köln / Die britischen Besatzungstruppen werden aus Köln abgezogen.
1928
Die Kartäuserkirche wird als evangelische Kirche geweiht / Die Gemeinde beklagt sich beim Polizeipräsidenten über die verrohte Jugend, die den Gottesdienst an der Lutherkirche stört. Es handelt sich dabei um 30 bis 40 Kinder.
1930
Gründung der Vereinigung Evangelischer Theologinnen in Köln mit der Forderung nach dem vollen dem Manne gleichgestellten Pfarramt / Wahlkundgebung in der Rheinlandhalle mit Adolf Hitler.
1931
Kein Rosenmontagszug / Erzbischof Karl Josef Schulte stellt öffentlich fest, dass der Nationalsozialismus der katholischen Glaubenslehre widerspricht.
1932
Erneute Klage der Gemeinde, dass Jugendliche die Gottesdienste an der Lutherkirche stören / Großveranstaltung der NSDAP mit Adolf Hitler in den Messehallen / Der Organist der Lutherkirche Herr Hulverscheidt bittet um eine bessere Beleuchtung des Orgelspieltisches und eine elektrische Heizsonne, um auch im Winter in der kalten Kirche üben zu können.
1933
Beim Fackelzug durch die Elsaßstrasse am 3. März wird die SA aus den Wohnungen von den Anwohnern beworfen, so dass der Zug zeitweilig ins Stocken gerät. Anschließend kommt es zu 70 Verhaftungen / Ernst Flatow, Krankenhausseelsorger in Köln, wird als nicht-arischer Pfarrer entlassen / Oberbürgermeister Konrad Adenauer wird von der NSDAP abgesetzt.
1934
Erste Verdunklungsübung im gesamten Kölner Stadtgebiet / 78,7% der Kölner Wähler stimmen bei einer Volksbefragung FÜR die Zusammenlegung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers. Adolf Hitler wird damit zum Führer und Reichskanzler.
1935
In der Nacht vom 20. zum 21. Januar findet ein Einbruch in die Lutherkirche statt. Schränke sind zum Teil aufgebrochen. Es fehlen 5 Staubtücher, 5 Handtücher, 4 Putztücher, ein großer Schwamm und drei kleine Schlüsselbunde. Der Dieb hatte sich, wie der Küster Heinrich Vogelbusch aussagt, während des Spiels einer Orgelschülerin in der Orgel versteckt und konnte später unerkannt flüchten / Die Gestapo zieht in das El-de-Haus um.
1937
Im Godesberger Rheinhotel bespricht Adolf Hitler mit Vertretern der Stadt Köln den neuen Bebauungsplan der Domstadt / Der Kölner Pfarrer Hans Encke, Mitglied der Bekennenden Kirche, wird von der Gestapo verhaftet.
1938
Der Pfarrer der Kartäuserkirche Georg Fritze verweigerte 1937 den auf Adolf Hitler geforderten Eid. Daraufhin wird er 1938 durch das Presbyterium seines Amtes enthoben / Auch in Köln brennen die jüdischen Synagogen. In der sogenannten Reichskristallnacht wird die prächtige Synagoge in der Glockengasse völlig zerstört und nie wieder aufgebaut / Erstmals im Kölner Karneval ist die Jungfrau des Dreigestirns eine Frau.
1939
Georg Fritze, der rote Pfarrer, stirbt im Alter von 64 Jahren, gebrochen durch die Unterlassungen seiner eigenen Kirche.
1940
Erste Luftangriffe auf die Innenstadt / Das Presbyterium "schweigt im Gedenken an die fürs Vaterland gefallenen Helden".
1941
Am 27. Dezember zählt Köln den hundertsten Luftangriff.
1942
Das Presbyterium "schweigt im Gedenken an die fürs Vaterland gefallenen Helden" / Deportation des nicht-arischen Kölner Krankenhauspfarrers Ernst Flatow in das Warschauer Ghetto / Der 1000-Bomberangriff auf Köln verwandelt die Innenstadt nach 90 Minuten in einen Feuerkessel / Josef Frings wird zum neuen Erzbischof von Köln gewählt.
1943
Bei einem erneuten Luftangriff auf die Stadt kommen 4377 Menschen um. Mehr als 10 000 werden verletzt / Das Presbyterium "schweigt im Gedenken an die fürs Vaterland gefallenen Helden."
1944
Am 15. Oktober wird die Lutherkirche bei einem Bombenangriff vollständig zerstört. Im Kellergewölbe kommen dorthin geflüchtete Anwohner des Viertels um. Im beschädigten Turm bleiben die drei Stahlglocken unversehrt / Ende des Jahres gibt es in Köln keine evangelischen Pfarrer mehr / In Köln leben noch ungefähr 178.000 Menschen.
1945
Von 145.000 evangelischen Christen sind nur noch ca. 8000 in der Stadt / Am 2. März letzter von 262 Bombenangriffen auf die Stadt / Zum Kriegsende werden die Glocken der Lutherkirche, bevor die Motoren des Läutewerks gestohlen werden, noch einmal von der katholischen Gemeinde geläutet / 6. März: Einmarsch amerikanischer Truppen in Köln / Am 9. April wird im Morgengrauen Dietrich Bonhoeffer im Lager Flossenbürg mit einer Klavierseite erhängt / Konrad Adenauer wird wieder Oberbürgermeister der Stadt.
1946
Pfarrer Hans Encke wird zum Superintendenten des Kirchenkreises gewählt. Unter ihm wuchs die Zahl der Kölner Gemeinden von 48 auf 120/ Auf Anfrage teilt das Gemeindeamt mit, dass der Luthergedenkstein von der Außenwand der Kirche in den provisorischen Luftschutzkeller gerettet worden, zur Zeit aber wegen Verschüttung nicht zugänglich sei / Die besorgte Frage nach dem Verbleib von wertvollem Abendmahlsgerät, das im Krieg im Tresor der Lutherkirche gelagert worden war, konnte nicht beantwortet werden. Der Tresor ist unter den Trümmern nicht zugänglich.
1947
Mer jon fringse. Der Kölner Kardinal Frings sanktioniert den Kohlenklau / Die Gemeinde versucht, die drei unbeschädigten Glocken der Lutherkirche gegen Holz für Kirchenbänke und Baumaterial zu tauschen / Die evangelische Gemeinde Bergneustadt schlägt daraufhin einen Tausch auf der Grundlage der Friedensanschaffungskosten auf beiden Seiten vor. Jedoch müsse der Tausch am Erdboden der Lutherkirche erfolgen. Die Glocken hängen nämlich im unzugänglichen und beschädigten Turm. (Aus dem Tausch wurde nichts, wie die heutigen Anwohner jeden Sonntag hören können.)
1949
Am 1. April gibt es wieder ca. 20.000 evangelische Gemeindemitglieder in der Stadt / Erster Rosenmontagszug nach dem Krieg: Mer sin widder do un dun, wat mer künne.
1953
Herr Karl Morschhäuser von der Sparkasse beschwert sich bei der Gemeinde, dass trotz zum Teil zugemauerter Eingänge die Kinder noch immer ihr Unwesen auf dem Gelände der Lutherkirche treiben und große Steine bis auf den Bürgersteig liegen. Er bittet dringend um Entschuttung / Die Gemeinde beklagt sich bei der Polizei, dass das Trümmergrundstück Lutherkirche als Lagerplatz für gestohlene Metalle und Altpapier verwendet wird. Außerdem würden Kinder und Jugendliche dort ihr Unwesen treiben / Wiedereinweihung der Kartäuserkirche am 5. Dezember / Wegen Einsturzgefahr und Gefährdung der Anwohner verlangt die Stadtverwaltung von der Evangelischen Gemeinde den sofortigen Abbruch der Umfassungsmauern, des achteckigen Turmaufbaus und des Turmhelms der Lutherkirche innerhalb von 10 Tagen. Außerdem seien die Zugänge zum Turm zu vermauern.
1954
Auf dem von Trümmern geräumten Grundstück der Lutherkirche richtet die Stadt einen Kinderspielplatz ein.
1957
Fertigstellung des Diakonissenheims und des Gemeindezentrums an der Lutherkirche durch den Architekten Georg Eberlein.
1958
Die Arbeitslosenquote in Köln beträgt 1,3%.
1959
Die wiederaufgebaute Synagoge in der Roonstraße wird eingeweiht / Der Gemeindesaal der Lutherkirche wird fertiggestellt / Mit dem Wiederaufbau von St. Gereon wird begonnen.
1962
Am 25. September Grundsteinlegung der neuen Lutherkirche / Der 1. FC Köln wird deutscher Fußballmeister.
1963
Pfarrer Manfred Leupold beginnt seine Arbeit an der Lutherkirche.
1964
Am Sonntag lätare, dem 8. März, wird die neue Lutherkirche eingeweiht. Der Architekt ist Baurat Otto Heinrich Vogel.
1965
Der 12. Evangelische Kirchentag findet unter dem Motto „In Freiheit bestehen“ in Köln statt.
1967
Josef Kardinal Frings zelebriert unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit die Totenmesse für Konrad Adenauer.
1968
Erstes politisches Nachtgebet am 1. Oktober in der Antoniterkirche mit der kritischen Theologin Dorothee Sölle / Am 4. April wird Martin Luther King ermordet / Die Häftlinge des Klingelpütz ziehen nach Ossendorf um / Die Lutherkirche hat wieder eine Orgel.
1969
Die einzelnen Pfarrbezirke der Gemeinde richten Schwesternstationen ein, so dass die beiden als Diakonissenheim benutzten Obergeschosse des Luthergemeindehauses für eine Pfarr- und Schwesternwohnung frei werden.
1970
Im September übernimmt Pfarrer Rainer Münden sein Amt an der Lutherkirche
1974
Der Organist Hagen Lewandowski verlässt die Lutherkirche / Ein Glas Kölsch kostet 80 Pfennig.
1975
Malstunde an der Lutherkirche für acht- bis elfjährige Kinder. Bei einer besonderen Aktion werden alle notwendigen Schritte und Arbeiten, die zur Gewinnung von Brot notwendig sind, von den Kindern ausgeführt: Vom Graben, Säen, Ernten, Dreschen bis zum Mahlen der Körner mit Kaffeemühlen. Das fertige Brot gibt es zum Abendmahl und auf dem anschließenden Erntedankfest. Manchmal mit kleinen Steinen, wie die Zeitschrift „Christ in Köln“ berichtet.
1976
Die Siebenbürgerin Hilde Dieners wird Küsterin an der Lutherkirche. Pfarrer Manfred Leupold verlässt die Lutherkirche.
1977
Ein RAF-Kommando der Roten Armee Fraktion entführt den Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer in Braunsfeld / Die erste Ausgabe der Frauenzeitschrift „Emma“ erscheint / Erster Basar an der Lutherkirche, auf dem Kunsthandwerk aus der Dritten Welt angeboten wird.
1979
Pastor Hartmut Pohlmann wird am 20. Mai Pfarrer an der Lutherkirche / Schwester Rosalie Höhendorf übernimmt die Krankenpflege an der Lutherkirche und im Bereich des Jeremiahauses.
1981
Der ehemalige Gestapo-Keller im El-de-Haus wird Ausstellungs- und Gedenkstätte / Die Stollwerck-Fabrik, bedroht vom Abriss, wird von 500 Menschen besetzt, die für den Erhalt der Gebäude demonstrieren / Walter Kooy wird als Sozialarbeiter für die Kinder- und Jugendarbeit an der Lutherkirche angestellt.
1982
Der 1. Welt-Basar an der Lutherkirche unterstützt drei Projekte in der Dritten Welt.  
1983
Es entsteht eine intensive internationale Friedensarbeit an der Lutherkirche, betreut und angeregt durch Pfarrer Hartmut Pohlmann / Über 1000 Besucher beim 2. Welt-Basar der Lutherkirche, auf dem Kunsthandwerk und andere Dinge, die die Gemeinde direkt aus Tansania, Indien, Bolivien und Kolumbien bezogen hat, verkauft werden / Neonazis schänden jüdische Gräber in Köln.
1984
Die neu gegründete Diakoniestation an der Lutherkirche nimmt ihre Arbeit mit 8 Schwestern für die Gesamtgemeinde auf / Pfarrer Hartmut Pohlmann gründet einen Schachkreis an der Lutherkirche, der bei großer Beteiligung bald zu sportlichen Erfolgen kommt / Friedensgottesdienst mit über 400 Teilnehmern in der Antoniterkirche, vorbereitet und gestaltet durch Pfarrer Hartmut Pohlmann von der Lutherkirche und amnesty international / 3. Welt-Basar an der Lutherkirche mit Kunsthandwerk aus Indien, Tansania, Bolivien und Argentinien / Pfarrer Hartmut Pohlmann setzt sich für Kriegsdienstverweigerer ein.  
1985
Heinrich Böll stirbt mit 68 Jahren / Die Schachmannschaft KSK Lasker 1861 e.V. an der Lutherkirche steigt nach sieben ununterbrochenen Erfolgen in die Kölner Bezirksliga auf.
1986
Im Januar verlässt Pfarrer Rainer Münden die Lutherkirche und geht nach Saarbrücken / Südafrika-Tage an der Lutherkirche mit Information der Öffentlichkeit, gemeinsamem Fasten, Straßendemonstration und einem Gottesdienst. Die Bildungsministerin Anke Brunn nimmt an der Veranstaltung teil.
1987
Einführung von Pastor Hans Mörtter im Mai als Pfarrer des Bezirks Luther-Süd / Der Leanderthaler-Chor wird an der Lutherkirche gegründet / Die Organistin Ute Gremmel verlässt die Lutherkirche und Kirsten Bienias wird vom Presbyterium als Nachfolgerin gewählt / Die Lutherkirche berät Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger.
1988
Erste Ostermorgenfeier um 4 Uhr 45 im Volksgarten. Das Ordnungsamt versagt die Genehmigung für das Feuer. Die Polizei gibt aber den Tipp: Um 5 Uhr morgens schickt das Amt keine Beamten. Seitdem feiern wir jedes Jahr die Osternacht mit Feuer, Gottesdienst und anschließendem großen Frühstück / Der Bezirksausschuss teilt mit, dass Pfarrer Hartmut Pohlmann auf persönlichen Wunsch seinen Dienst an der Lutherkirche beendet.
1989
Die Pfarrer Johannes Lüdenbach der katholischen Südstadtgemeinde und Pfarrer Hans Mörtter starten den Verein KOMMM-Sozialdienste Südstadt e.V. = Kölner Oekumene Martin-Luther, Maternus, Maria-hilf / Erster Gottesdienst für alle unter freiem Himmel an Christi Himmelfahrt am Poller Damm / Die erste berüchtigte Konfifahrradfreizeit geht mit Pfarrer Hans Mörtter unter anderem auch zur KZ-Gedenkstätte Dachau / In den 50-er Jahren wurde mit einer knappen Mehrheit im Presbyterium der Abriss des Lutherturms verhindert. In diesem Jahr wird er vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz zum Denkmal des Monats erklärt / Auf dem Lutherbasar, bei dem mit Ost-Westmark 1:1 bezahlt wird, feiert die Luthergemeinde mit ihrer Partnergemeinde aus Frankfurt an der Oder den Mauerfall.
1990
Der wegen des Golfkriegs abgesagte Rosenmontagszug wird von alternativen Gruppen „Mir klääve am lääve“ durchgeführt / Erster kölscher Gottesdienst zu Karneval an der Lutherkirche / Mit der Anstellung der Diplom-Sozialpädagogin Gaby Feigl beginnt eine innovative Altenarbeit an der Lutherkirche / Der Himmelfahrtsgottesdienst unter freiem Himmel wird Tradition: Es predigen Alfons, der stolze Hahn (Hans Mörtter), und Hertha, die kluge Gans (Rolf Domning)/ Rolf Domning wird als Pfarrer des Bezirks Luther-Nord in sein Amt eingeführt / Oscar Romero - erste professionelle Theateraufführung der Berliner Companie an der Lutherkirche.  
1991
Der liturgische Ostermorgen an der Lutherkirche wird von Donatus Weinert mit der Schöpfungsgeschichte „Himmel und Erde haben geweint“ gestaltet / „Der Kaiser von Atlantis“, die 1944 im KZ Theresienstadt entstandene Oper des jüdischen Komponisten Viktor Ullmann, wird an der Lutherkirche von Studenten der Kölner Musikhochschule aufgeführt / Bernhard Langer, Künstler aus der ehemaligen DDR, damals ausgeschlossen aus dem Künstlerverband, stellt in der Galerie "Der Keller" und in der Lutherkirche, nur mit kargen und den einfachsten Mitteln arbeitend, seine Rollbilder aus / Der Gottesdienstbesuch an der Lutherkirche erreicht nach einigen Tiefen wieder den Stand von vor 11 Jahren / Der neue „Jedermann“ von Clemens Schneider: Bei dieser Theateraufführung an der Lutherkirche werden die Totentänze des Mittelalters in anderer Form für die Neuzeit wiederentdeckt.
1992
Klaus-C. van den Kerkhoff wird Organist und Chorleiter an der Lutherkirche / Das Presbyterium der Evangelischen Gemeinde beschließt nach harter Diskussion das Kirchenasyl für Roma-Familien. Daraufhin erstes offenes Kirchenasyl mit vier Roma-Familien an der Antoniterkirche / Der jugoslawische Künstler Miza gestaltet als Abschluss seines Kreuzgangs durch die Stadt seinen Protest gegen den Krieg in seiner Heimat an der Außenwand der Lutherkirche: Ich habe Angst / 500 Jahre conquista werden an der Lutherkirche mit Lateinamerika-Tagen begangen. Dazu die Ausstellung vom Gold und vom Vergessen des kolumbianischen Künstlers Freddy Sanchez Caballero.
1993
Jochen Kitzbihler stellt unter dem Titel „Situationen“ seine Bodenplastiken im Rahmen des 21. Evangelischen Kirchenbautags in der Lutherkirche aus / Mit der Familie Nesim beginnt eines der längsten Kirchenasyle Deutschlands: 4,5 Jahre. Eine Herausforderung, die oft weit über unsere Kräfte ging / An der Lutherkirche wird die Stadtteil-Initiative Doppelbürger e. V. gegründet. Gemeinde und Stadtteil gehen gemeinsam mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen gegen Ausländerfeindlichkeit vor / Wirbel um das Tünneskreuz der Stunksitzung. Der Pfarrer der Lutherkirche tritt als theologischer Anwalt der Stunksitzung auf: Die damalige Verhöhnung INRI ähnele der heutigen Bezeichnung Tünnes / Schwester Rosalie Höhndorf verlässt nach 10 Jahren die Diakoniestation an der Lutherkirche.
1994
In einem Erd-Himmel-Versöhnungsritus bohrt der Aktionskünstler und Landschaftsbewohner Rolf Repel während des Karfreitag-Gottesdienstes mit einem Presslufthammer ein Loch in die Kreuzung vor der Kirche, das mit einer Stange Zweimarkstücken gefüllt wird. Eine symbolische Rückgabe des Menschen an die Mutter Erde. Die herbeigeeilte Gottesdienstgemeinde verhindert seine Verhaftung / Erster Salbungsgottesdienst an der Lutherkirche / Erste kirchenoffizielle Trauung eines schwulen Paares. Pfarrer Hans Mörtter verheiratet Peter und Dieter. Dafür gibt‘s viel Ärger mit der Kirchenleitung in Düsseldorf. Am Ende bleibt es bei einem Verweis.
1995
“Traum Lager - Lager Traum - die Geschichte eines Bettes“. Ein Bilderzyklus zum 8. Mai 1945 der Fotografin Christel Plöthner im Turm der Lutherkirche / Christos Koutsouras malt in vier Wochen ein 12 x 6 Meter große Wandbild in der Kirche. Die Gemeinde erlebt jeden Sonntag beim Gottesdienst den Fortgang der Arbeit. An Karfreitag hängt das Tuch hinter dem Altar / Der Vringstreff e.V., eine Begegnungsstätte für Obdachlose und nicht-Obdachlose, wird gegründet durch den Zusammenschluss von Luther- und Kartäuserkirche, St. Severin, St. Maternus, dem Annohaus, der ESG-FH und der Bisa. Wir handeln der Stadt die Räume Im Ferkulum 43 und eine Grundfinanzierung ab und starten mit einem Cafébetrieb / Das Gemeindefest der Lutherkirche wird abends um 20 Uhr 30 nach mehreren Anzeigen durch die Nachbarschaft von der Polizei beendet. Pfarrer Mörtter lässt daraufhin alle Glocken zur Andacht läuten und 300 Menschen singen kölsche Lieder: Man hört euch bis zum Chlodwigplatz und weiter. In der Zeitung steht: Und wenn ihnen das Kölsch nicht ausgegangen ist, feiern sie noch immer.
1996
Niemand hat sich das vorstellen können: Hilde Dieners, die Küsterin der Lutherkirche, geht, von großem Bedauern begleitet, in den Ruhestand / Die Pfarrer Hans Mörtter und Rolf Domning werden unter bundesweiter Medienresonanz wegen des gewährten Kirchenasyls angeklagt. Nach Abberufung des Staatsanwalts kommt es zu einem Freispruch. Sein Vertreter gesteht ein: Die Angeklagten haben aus dem Gebot der christlichen Nächstenliebe heraus gehandelt. Das ist nicht strafbar / Beginn der Nachtstille, einer literarisch-musikalischen Meditation an der Lutherkirche mit dem Komponisten und Obertonsänger Daniel Diestelkamp, die in unregelmäßigen Abständen an der Lutherkirche stattfindet / „It´s time for revolution!“ Ein riesiges Tableau mit schlafenden Obdachlosen aus der Dritten Welt, gestaltet von Marianne Lindow, hängt monatelang an der Außenseite der Kirche / Dieter Wellershof liest an der Lutherkirche aus seinem Buch „Der Ernstfall“.
1997
Der Kolumbianer Reinaldo Ortiz wird neuer Küster an der Lutherkirche / Es ist soweit: Blauköpp stürmen die letzte katholische Bastion. Die Premiere der Prot´s - der protestantischen Stunksitzung findet statt / Die Herrenmodemesse präsentiert in der Lutherkirche eine Modenschau. Großer Pressewirbel macht daraus: Dessous vor dem Altar / Kreise. Kreis und Maske Urform der Magie von Dominik Böhringer. Erste Ausstellung im neu geöffneten Turm der Lutherkirche / Igor Zeller wird Kirchenmusiker an der Lutherkirche / Das Lobby-Restaurant des Vringstreff für Obdachlose und nicht-Obdachlose Im Ferkulum 42 wird eröffnet.
1998
Straßenkinder aus Bogotá, Kolumbien, gastieren mit einer Rap-Oper in der Lutherkirche, die für mehrere Tage Gastgeberin dieser 17-köpfigen lebendigen Schar ist / Detlef Prößdorf ist ab April Vikar an der Lutherkirche / Menschen - ein Projekt der internationalen Fotoszene im Turm der Lutherkirche mit den Fotografinnen Còmper, Plöthner und den Fotografen Langhorst und Müller / Eine neue Form des Kirchenasyls, das Wanderkirchenasyl, beginnt an der Antoniterkirche und wird von zahlreichen Kölner Gemeinden, auch von der Lutherkirche, weitergeführt / Beim Welt-Tierschutztag Gottesdienst für Hunde und Katzen in der Lutherkirche.
1999
Die Pfarrer Hans Mörtter und Rolf Domning gründen die Funken-Beffchen von 1999 - die rot-weiße Pfarrtanzgarde / Flammenspur - Ausstellung mit Bildern und Zeichnungen des griechischen Künstler Christos Koutsouras. Er arbeitet direkt mit in Waldbränden Griechenlands verkohlten Stämmen. Er ist der Schöpfer des Altarbildes der Lutherkirche / Im Mai Eröffnung des Begegnungsrestaurants Vringstreff. Neben dem französischen Koch gibt es drei festangestellte Sozialarbeiter und -arbeiterinnen / Südstadt-Leben e.V. , der Förderverein der Lutherkirche, wird gegründet / Thomas Frerichs, Absolvent der Musikhochschule Köln, wird Organist und Chorleiter an der Lutherkirche.
2000
Pfarrer Rolf Domning von der Lutherkirche wird zum Superintendenten des Kirchenkreises Köln Mitte gewählt / Die Sozialpädagogin Gaby Feigl beendet ihre Arbeit mit den Senioren an der Lutherkirche und übernimmt die Seniorenberatung im Amt für Diakonie in Nippes / A oeste o muro - nach Westen die Mauer. Objekte und Installationen der brasilianischen Künstlerinnen Eva Castiel und Fanny Feigenson. Durch künstliche Wände und Böden entstehen Gänge und unerwartete Durchblicke im Turm der Lutherkirche.
2001
Der süditalienische Jazz-Saxophonist Alessandro Palmitessa und Pfarrer Hans Mörtter gründen das Menschensinfonieorchester. Bundesweit einzigartig verbinden sich Straßenmusiker und normallebende Musiker und Musikerinnen zu gemeinsam professionellem Spiel / Der erste Tango-Gottesdienst mit dem Kölner Kunstsalonorchester und dem Tanzsolisten Gustavo Llano aus Kolumbien findet an der Lutherkirche statt / Im Rahmen des internationalen Wandmalprojekts gestaltet der indische Künstler Niteen Gupte an der Kirchenaußenwand zur Volksgartenstraße hin eine typische indische Spuckwand, die bald von den Sprayern weitergeführt wird / Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde. Ein nachdenklicher Titel einer deutsch-italienischen Ausstellung im Turm, in der Lutherkirche und in der Kartause / Mathias Bonhoeffer übernimmt als Pastor im Sonderdienst zur Entlastung von Superintendent Rolf Domning vieles, was an der Lutherkirche und in der Gesamtgemeinde der Kölner Innenstadt zu tun ist.
2002
Pfarrer Hans Mörtter und Sonja Grupe heiraten. Am 3. Dezember kommt Töchterchen Johanna zur Welt und wird von allen drei Glocken der Lutherkirche 20 Minuten lang gebührend begrüßt / Erster Play-Back-Gottesdienst an der Lutherkirche. Hierbei werden Impulse und Erzählungen von Gottesdienstbesuchern durch das gleichnamige Improvisationstheater aufgenommen und spontan in Bewegung, Spiel und Rede umgesetzt und zurückgegeben.
2003
IRAK! Kölner Signal - nicht in unserem Namen! Auf dem Friedensschiff MS Enterprise ruft Pfarrer Hans Mörtter bundesweit über die Medien gegen den drohenden Irak-Krieg zum Widerstand auf / Enduro / Level 5 - oder, wie lange halten sie es aus? 5 Installationen von Rochus Aust im eiskalten Turm der Lutherkirche im Januar / Auf Initiative der Lutherkirche demonstrieren wöchentlich auf dem Chlodwigplatz die Künstlerin Rosemarie Trockel, der Schriftsteller Dieter Wellershoff, Pfarrer Hans Mörtter und Gemeindemitglieder gegen den sich anbahnenden Irak-Krieg / Das Menschensinfonieorchester präsentiert seine erste CD, produziert in den legendären can-Studios. Gastmusiker sind Helmut Zerlett, Markus Stockhausen und Klaus der Geiger / Totgetanzt ... Ausgetanzt? Requiem in 11 Kölner Kirchen, intermediales Kunst- und Musikprojekt von Rochus Aust. Im Turm der Lutherkirche war die Installation „The party’s over“.
2004
Rolf Domning, seit 1990 Pfarrer an der Lutherkirche, wechselt an die Kartause / Das Menschensinfonieorchester tritt auf Einladung in Prag auf. Das dortige Obdachlosentheater kommt auf unsere Einladung hin an die Lutherkirche. Es kommt zu zwei gemeinsamen Auftritten / Beginn der passio-Reihe, die jedes Jahr stattfindet. Eine musikalisch-literarisch und bildnerische Begleitung der Passionszeit / Kopfsprung. Eine Doppelausstellung im Turm der Lutherkirche. Objekte von Petra Kanke. Abgegossene Schuhe von Menschen, denen sie begegnet ist, bevölkern die Räume im Turm. Malerei von Ralf Mazura. Menschliche Silhouetten manchmal zu großformatigen Tableaus zusammengesetzt irritieren in ihren Reihungen und Wiederholungen / Pfarrerin Silke Grigo wird an der Lutherkirche eingeführt / Am 2. Advent setzt die Lutherkirche zusammen mit dem Menschensinfonieorchester, übertragen im ZDF-Fernsehgottesdienst, ein bewegendes Zeichen für Würde und Kraft eines jeden Menschen.
2005
Im Rahmen von passio2005 führt der Kantor Thomas Frerichs mit Solisten und dem Klassik-Chor der Lutherkirche das Requiem KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart auf / Im Juli muss die Evangelische Kirchengemeinde Köln vor den Kirchenaustritten und den damit verbundenen Einnahmeverlusten kapitulieren. In einer Pressemeldung gibt Hans Mörtter als Vorsitzender des Presbyteriums die bevorstehende Schließung des Jeremiahauses und der Kreuzkirche bekannt. Auch die Kindertagesstätte der Antoniterkirche muss geschlossen werden / Die Lutherkirche ist gastgebender Veranstaltungsort beim katholischen Weltjugendtag / Das Menschensinfonieorchester tritt bei der Eröffnungsfeier auf der Bonner Hofgartenwiese vor 120.000 Pilgerinnen und Pilgern auf / Zitat aus der Jugendzeitschrift “Unerhört“: Im Lauf der Jahre bekam der Gottesdienst an der Lutherkirche seinen eigenen Charakter, fast als umhülle ein Zauber die Kirche und die Menschen, die sich darin befinden / Im September wird der Kirchenmusiker Thomas Frerichs als Kantor für die Kartause und die Lutherkirche eingeführt / Die Seniorinnengruppe an der Lutherkirche veröffentlicht ein Buch über die Kriegs- und Nachkriegszeit: „Als wir noch schön und hungrig waren.“
2006
Im Januar hält Pfarrerin Silke Grigo ihren letzten Gottesdienst an der Lutherkirche und wechselt an die Christuskirche / Am 20. Mai feiert die Lutherkirche ihr hundertjähriges Bestehen / Mathias Bonhoeffer wird am 5. Juni als Pfarrer an der Kartause eingeführt, womit er auch der Lutherkirche als Mitgestalter erhalten bleibt / Am 18. Juni veranstalten Kantor Thomas Frerichs und Hans Mörtter den ersten ökumenischen Taizé-Gottesdienst, der in Zukunft regelmäßig stattfindet / Im Sommer wird tatsächlich die Kindertagesstätte der Antoniterkirche geschlossen. Die Kinder werden fortan der Kita der Kartäuserkirche anvertraut / Am 3. September wird das Menschensinfonieorchester in der Sendung „NRW packt’s an“ im WDR-Fernsehen vorgestellt / Am 26. November findet der Entwidmungsgottesdienst im Jeremiahaus statt. Dies ist die erste Kirchenschließung in der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Köln / Am 31. Dezember wird die Kreuzkirche geschlossen.
2007
Am 25. Februar erster Talk-Gottesdienst mit prominentem Gast. Der Schauspieler Peter Clös spricht mit dem Bundesinnenminister a. D. Gerhart Baum / Im Mai hat Hans Mörtter sein 20-jähriges Jubiläum als Pfarrer der Lutherkirche / Ebenfalls im Mai bekommt die Evangelische Kirchengemeinde eine neue Webseite. Auch die Homepage der Lutherkirche zeigt sich in neuem Gewand / Im Juni findet der Evangelische Kirchentag in Köln statt. Das MSO ist mit sechs Auftritten dabei. Hans Mörtter organisiert mit einem kleinen Team den Abend der Begegnung, zu dem rund 350.000 Menschen zusammen kommen / Kathrin Rabenort konzipiert im Juli/August eine Installation eigens für den Turm der Lutherkirche / Im November macht Ulrike Rosenbach mit "Verrückter Tanz" eine Ausstellung im Lutherturm.
2008
Am 27. April findet der erste Gottesdienst zum Thema „Die vergessene Generation“ statt, in dem Menschen zu Wort kommen, die während des Zweiten Weltkriegs noch Kinder waren. Dieser Themengottesdienst soll in jedem Frühjahr stattfinden / Adventszeit: Angesichts der wachsenden Kinderarmut ruft Hans Mörtter die „Aktion Weihnachtswunsch“ ins Leben, bei der Gemeindeglieder die Wünsche anonym bleibender Kinder erfüllen. Diese Aktion ist auch für die kommenden Jahre geplant.
2009
Am 21. Februar tritt Gaby Falk erstmals mit Hans Mörtter bei der Moderation des Karnevalsgottesdienstes auf. Sie ist damit die Nachfolgerin von Rolf Domning in dieser Funktion / Am 26. April moderiert Hans Mörtter erstmals den Talk-Gottesdienst. Zu Gast ist Stephan Neuhoff, der als Branddirektor der Kölner Berufsfeuerwehr den Einsatz beim eingestürzten Kölner Stadtarchiv leitet / Auch beim Himmelfahrtsgottesdienst übernimmt Gaby Falk die frühere Aufgabe des Rolf Doming. Gaby Falk hat für den Karnevals- und den Himmelfahrtsgottesdienst ihre eigenen neuen Rollen geschaffen / Das Talk-Team wird erweitert: Am 25. September moderiert der Journalist und Autor Gerd Krebber den Talk-Gottesdienst mit dem ehemaligen Intendanten des WDR, Friedrich Nowottny / Am 15. November wird mit der bildenden Künstlerin Silke Speckenmeyer das neue Gottesdienstformat des Werkstattgottesdienstes eingeführt. Jung und Alt plastizieren im Kirchraum gemeinsam einen Flusslauf aus 800 kg Ton, der hinterher gemeinsam wieder abgebaut wird / Am 18. Dezember findet die Pressekonferenz zur Vorstellung des Buches "Angerichtet - Vom Überleben in schlimmer Zeit" statt. 19 Seniorinnen und vier Senioren berichten darin von ihren Erlebnissen während und nach dem Zweiten Weltkrieg / Endlich: Nach dem rätselhaften Verschwinden des Abendmahlkelches erschafft der Goldschmied Andreas Wieneke einen neuen, der uns von Frau Ilse Schwarzhaupt gestiftet wird. Der Kelch wird am 31. Dezember beim Jahresschlussgottesdienst feierlich eingeweiht.
2010
Am 7. Februar werden in einem feierlichen Gottesdienst die Seniorinnen und Senioren für ihr Buch "Angerichtet" geehrt / Am 19. März findet das erste abendfüllende Konzert des Südstadtchores unter Leitung unseres Kantors Thomas Frerichs statt.
2011
Am 3. April wird in einem Gottesdienst der nuklearen Katastrophe in Fukuschima gedacht / Am 24. Juni feiert das Menschensinfonieorchester, das aus Musikern mit und ohne festen Wohnsitz besteht, im Rautenstrauch-Joest-Museum sein 10-jähriges Bestehen.
2012
Am 19. Mai findet im Rahmen des Sommerblutfestivals ein Gottesdienst zum Tabu-Thema Sexarbeit statt. Hans Mörtter interviewt Betroffene und Sozialarbeiter / Am 17. Juni ist Rupert Neudeck vom Grünhelme e. V. zu Gast bei einem Themengottesdienst "Palästina" / Während des Gottesdienstes zum Gemeindefest am 24. Juni wird Pfarrer Hans Mörtter mit einem Ständchen und einem gebundenen Glückwunschbuch vieler Wegbegleiter überrascht. Anlass ist sein 25-jähriges Jubiläum als Lutherkirchenpfarrer / Am 23. September wird die Palästina-Reihe fortgesetzt: zu Gast der palästinensische Diplomat Abdallah Frangi.
2013
Am 27. Januar ist Detlef Korczak beim Talkgottesdienst zu Gast. Er wurde in den 1960-er Jahren von einem unserer ehemaligen Presbyter missbraucht. Die Lutherkirche will sich mit diesem Gespräch ihrem Teil der Verantwortung stellen / Am 10. März 2013 gibt es einen Themengottesdienst "Plastikmüll im Meer" / Am 21. April hält unsere neue Pfarrerin Anna Quaas ihre erste Predigt / Am 4. Mai hält Pfarrer Johannes Küsel seinen ersten Bibliodramaworkshop an der Lutherkirche / Am 9. Mai ist Monsanto, der weltweit führende Hersteller von genverändertem Saatgut, Thema des Himmelfahrtsgottesdienstes / Am 19. Juni beginnen Anna Quaas und Alida Pisu den Gesprächskreis "Tacheles - Gespräche über Gott und die Welt" / Am 30. Juli findet ein Gottesdienst zum Thema "Textilverarbeitung in Bangladesch" statt / Am 28. Oktober findet der Relaunch der neuen Website für die Lutherkirche statt / In einer Gesprächsrunde am 27. November äußern sich der israelische Politiker Avi Primor und der palästinensische Diplomat Abdallah zum Thema Zukunftsoptionen für Israel und Palästina.
2014
Am 19. Januar wird die Talente-Aktion von unserer Presbyterin Alida Pisu beendet. Die Teilnehmenden hatten im Vorfeld ihre Talente eingesetzt, um Geld zu vermehren, dessen Erlös für die drei neuen Kirchenglocken verwendet wird / Anlässlich der Proteste von Oppositionellen in Kiew gibt es am 16. Februar einen "Themengottesdienst Ukraine", währenddem die ukrainische Sängerin Mariana Sadowska und ihre Mitstreiter für eine Live-Skype-Schaltung auf den Maidan in Kiew sorgen / Wegen der eskalierenden Lage in Kiew organisiert Pfarrer Hans Mörtter eine Mahnwache am Chlodwigplatz / Der Karnevalsgottesdienst am 1. März dreht sich um Kirchenasyl für den Whistleblower Edward Snowden / Am 23. März beginnt die neue Gesprächsreihe "Gott ist..? - Gott aus christlicher und muslimischer Sicht / Am 24. August findet das 2. Nachbarschaftsfest in der Merowinger Straße statt, das die Lutherkirche mitorganisiert. Die Predigt  beim Open-Air-Gottesdienst hält der Kabarettist Wilfried Schmickler / Am 21. September treten Schauspieler des Theaters der Keller in unserem ersten Theatergottesdienst auf. Sie spielen Szenen aus "Vierzig Leben" von Navid Kermani / Am 26. September fährt ein Teil der Gemeinde nach Maria Laach zum Glockengießen - am 14. Oktober kommen die drei neuen Glocken in die Lutherkirche - am 26. Oktober findet ihnen zu Ehren ein Glockenfest statt - am 10. November werden sie im Turm aufgehängt und am 30. November erklingen sie das erste Mal zusammen mit den drei alten Glocken zum 1. Advent.
2015
Am 11. Januar hält Pfarrer Hans Mörtter den Themengottesdienst "Nous sommes Charlie", angesichts des Terroranschlags auf das Redaktionsbüro der Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris / Am 18. Januar beginnt unsere Presbyterin Alida Pisu die Reihe "TIERFREItags-Gottesdienst", in dem sie und mehrere Mitstreiterinnen auf die Grausamkeiten in der Massentierhaltung aufmerksam machen. Im Anschluss gibt es eine köstliche Auswahl an veganen und vegetarischen Gerichten zum Mittagessen, um für einen fleischfreien Tag in der Woche zu werben / Am 25. Januar begrüßt Pfarrer Hans Mörtter den Kabarettisten und Autor Marius Jung zum Kölner Talkgottesdienst. Sie unterhalten sich u. a. über die Blüten der politischen Korrektheit / Am 22. Februar berichtet Pfarrerin Anna Quaas während des Gottesdienstes von ihrer Reise nach Honduras und stellt dortige Hilfsprojekte vor / Am 15. März feiern Pfarrer Hans Mörtter und die Imamin Rabeya Müller mit uns den ersten christlich-muslimischen Gottesdienst. Die Liberale muslimische Gemeinde Rheinland lädt im Anschluss zum Brunch ein / Am 28. Juni findet eine von Pfarrer Hans Mörtter initiierte Benefizveranstaltung zugunsten der Kölner Flüchtlingshilfe mit vielen prominenten Gästen statt. Veranstaltungsort ist die Kölner Philharmonie / Am 20. September ist der Fotojournalist und Autor Christoph Bangert zu Gast beim Kölner Talkgottesdienst / Am 15. November gibt unsere Presbyterin Alida Pisu den Themengottesdienst "Der behinderte Gott" mit Gästen / Am 15. November beginnt die Reihe "Basiswissen Islam", in der Imamin Rabeya Müller und Imam Hadi Schmidt-El Khaldi über die Grundelemente des Islam referieren / Am 28. November machen die Konfis der Luther- und Kartäuserkirche unter Pfarrer Hans Mörtters Aufsicht eine Kunstaktion vor Primark, um gegen die Missstände bei der Textilproduktion zu demonstrieren / Am 22. Dezember startet die Kunstaktion "Herberge" von Cornel Wachter über die Weihnachtsfeiertage / Wegen der ständigen Überfüllung der Lutherkirche an Heilig Abend gibt es erstmals eine Großleinwand im Atrium, auf der der Gottesdienst nach draußen übertragen wird. 
2016
Elias Bierdel von borderline-europe ist der erste Gast, der zum zweiten Mal zum Talkgottesdienst geladen wird. Am 17. Januar spricht er über die Lage der Flüchtlinge an Europas Außengrenzen / Am 24. Januar wird unsere Presbyterin Alida Pisu feierlich zur Prädikantin ordiniert / Pfarrerin Anna Quaas wechselt an die Kartäuserkirche, wo sie am 28. Februar als Pfarrerin eingeführt wird / Am 13. März kommen Pfarrer Hans Mörtter und die Imamin Rabeya Müller zum zweiten Mal mit ihren Gemeinden zu einer christlich-muslimischen Begegnungsfeier zusammen. Die Reihe wird jetzt "Miteinander vor Gott" genannt. Am 25. September war Valentin Thurn, Filmemacher und Gründer des Ernährungsrats Köln und Umgebung, Gesprächspartner beim Kölner Talkgottesdienst / Zum 4. Advent am 18. Dezember lud Prädikantin Alida Pisu die temperamentvolle Sängerin, Bürgerrechtlerin und Songschreiberin Melbra Rai ein.

2017
Am 19. März fand das dritte Mal die Christlich-Muslimische Begegnungsfeier "Miteinander vor Gott" mit der Imamin Rabeya Müller und Pfarrer Hans Mörtter statt / Am 2. April hielt Prädikantin Alida Pisu den Themengottesdienst "Rassismus im Alltag" mit Inge Heck-Böckler von Amnesty International und Schauspieler*innen der Theaterakademie Köln unter Leitung von Robert Christott /


Räumlichkeiten der Lutherkirche in der Kölner Südstadt zum Mieten, Foto: Simon Vogel