Lebensrettern "gesetzlich" die Existenz vernichtet
Die tunesischen Fischer wurden zu langen Haftstrafen und Unsummen von Schadenersatz verurteilt
Am 8. August 2007 haben sieben tunesische Fischer 44 afrikanischen Flüchtlingen, die auf ihrer Fahrt übers Mittelmeer in Seenot geraten waren, das Leben gerettet. Während fünf der Fischer von den italienischen Behörden freigesprochen wurden, erhielten die beiden Kapitäne Haftstrafen von 2 1/2 Jahren und eine Geldstrafe von 440.000 € wegen Unterstützung illegaler Einreise und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Die Kapitäne Abdelkarim Bayough und Abdelasset Zenzeri können ohne Boot ihren soundso schon kargen Lebensunterhalt nicht mehr verdienen und schon gar nicht die hohe Geldstrafe entrichten.
Im Talkgottesdienst mit Elias Bierdel erzählte dieser schon von der unterschiedlichen Behandlung von ihm und seinem Mitangeklagten Kapitän Stefan Schmidt, die auf normalen Bänken vor Gericht saßen. Die tunesischen Fischer hatte man in einem vergitterten "Käfig" untergebracht. Während Elias Bierdel und Stefan Schmidt unter großem Anteil der Medien im November 2009 freigesprochen wurden, wurden die tunesischen Fischer kurze Zeit später zu völlig unverhältnismäßigen Strafen verurteilt.
Elias Bierdel hat seinerzeit einen Verein gegründet, der über den Massenmord an Europas Grenzen aufklärt: Borderline Europe. Dieser versteht sich als "Akt des zivilen Widerstands gegen die Abschottung der EU und ihre tödlichen Folgen".
Da das aber den tunesischen Fischern nicht hilft, wurde eine Komittee gegründet: SOS Mittelmeer.
Im Talkgottesdienst in der Lutherkirche erzählte Elias Bierdel von sich und von seinen Erfahrungen mit der Cap Anamur, den geretteten Flüchtlingen und seinem damals noch bevorstehenden Gerichtsprozess