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Tango-Gottesdienst
mit Musikern und Berufstänzern
Warum Tango-Gottesdienst?
Im Tango vereint sich alles, was das Leben ausmacht. Sehnsucht, Einsamkeit, Leidenschaft, Erotik und Wut. Es ist ein Tanz, der sich zwischen Beherrschung und Unterwerfung abspielt, zwischen Begehren und Zurückweisung. Tango ist aber vor allem der getanzte Traum von einem besseren Leben.
Der Tango entsteht Mitte des 19. Jahrhunderts in Buenos Aires und den argentinischen Hafenstädten. Dort kommen Menschen verschiedener Abstammung zusammen: Indios, Kreolen, Europäer. Sie gehören keiner bürgerlichen Oberschicht an. Die meisten sind Glückssucher, die der Armut und Hoffnungslosigkeit entrinnen wollen. So entsteht ein Tanz, der genau dieses Lebensgefühl widerspiegelt. Da sind die Gegensätze, die aus der multi-ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung entstehen, das soziale Elend, die Kriminalität und das Verlassensein. Viele der männlichen Europäer sind allein gekommen und wollen ihre Familien irgendwann nachholen. Den Tango tanzen sie meist mit Freudenmädchen, weil die den engen Körperkontakt zulassen, der aber im 19. Jahrhundert ein eklatanter Tabubruch ist. Der neue Tanz ist gesellschaftlich nicht akzeptabel, er stammt aus den Hafenkaschemmen und Bordellen. Erst ein halbes Jahrhundert später wird er in ent-erotisierter Form salonfähig.
Tango wird immer dann aktuell, wenn sich wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen auftun. Er ist ein Spiegel der Unsicherheit und Zerbrechlichkeit einer Welt, die sich in rasender Geschwindigkeit verändert. Der Tango symbolisiert enttäuschte Erwartungen, die Sehnsucht nach Heimat und Zuhausesein. Seit 2003 veranstaltet die Lutherkirche regelmäßig Tango-Gottesdienste. „Wie das gehen sollte, wussten wir am Anfang auch nicht so genau“, erklärt Mörtter. „ Die ersten zwei Tango-Gottesdienste habe ich mit Gustavo Llano gestaltet, der auch im ZDF-Fernsehgottesdienst bei uns getanzt hat“, erinnert er sich „In seinen Tänzen hat Gustavo auch schon ‚Flüchtlingsströme’ thematisiert. Und dann noch ‚Palästina’. Ich habe das ‚Mensch ohne Erde, ohne Heimat’ genannt. Und es hat geklappt. Mehr als 250 Menschen haben das begeistert und berührt miterlebt. Am Ende wagten sogar einige ein Tänzchen. Vielen von uns ging es so: Noch Tage danach waren wir erfüllt von Energie und Kraft.“
Es finden sich immer wieder wundervolle Musiker ein, die einzig in diesem Gottesdienst zusammen spielen. Das ist sehr oft Ruddi Sodemann (Cello), manchmal Klaus der Geiger. Immer dabei ist unser Kantor Thomas Frerichs. Maßgeblich an der Konzeption des Gottesdienstformats beteiligt, ist das Tangopaar Kathrin & André. Helga Fitzner
Hier gibt es Einzelheiten zu den bisherigen Tango-Gottesdiensten
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Wir sind Menschen
Tango-Gottesdienst 2006
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