Lutherkirche
Ein geschützter Raum

Gemütlich ist der Raum zunächst nicht, aber der Backstein der Wände strahlt für mich Wärme aus. Es ist schön, dass der Raum die fast kreisförmige Sitzanordnung zulässt. Dadurch betont er die Gemeinschaft.

Das absolut Schöne an dem Raum ist, dass er das spirituelle „Zusammen-Feiern“ ermöglicht. Das ist ganz klar ein geschützter Raum.

Thomas Frerichs
Kirchenbänke der Lutherkirche, Foto: Helga Fitzner

Ein dialogischer Raum

Da steht zum Beispiel eine Urne oder ein Sarg, es entstehen teilweise schwierige Situationen, bei denen man fast den Atem anhält und dann irgendwann findet dort die Karnevalsfete oder der Tangogottesdienst statt, das gehört alles dazu.

Manchmal denke ich, atmet hier noch jemand? Soviel spirituelle Dichte lässt dieser Raum zu.

Im Rückblick fällt mir auf, dass die Offenheit des Raumes, unsere Suche nach den verschiedenen Möglichkeiten Abendmahl zu feiern, immer zugelassen hat.

Der Raum gibt das eben her, dass ich erst einmal ankommen kann. Dass ich hier sein kann. Dass ich für den Augenblick hier zu Hause bin, mit dem was mich bewegt.

Ein dialogischer Raum auch, weil er Begegnungen ermöglicht, erst einmal mit mir selbst und dann darüber hinaus. Ich kann darin frei sein und loslassen und damit empfänglich werden.

Kirchenraum als Werkstatt - So entstand das Wandbild.

Den Maler des Wandbildes, Christos Koutsouras, habe ich außerhalb der üblichen Kirchenszene kennen gelernt. Das Bild hat sich wie selbst-verständlich aus unseren gemeinsamen Gesprächen entwickelt. Erde, Blut, Versöhnungsritus, Opfer, all das hat uns schon vor dem Bild in den gemeinsamen Gesprächen beschäftigt. Als Künstler hat er dann die Kraftdimensionen entdeckt. Eine ältere Dame aus der Gemeinde hat die Leinwand genäht. Gemalt hat der Künstler rund um die Uhr auf dem Boden der Kirche. Die Kirche war vier Wochen lang eine Werkstatt. Die Bänke waren an die Seite geräumt. Von dort haben die Menschen den Prozess beobachtet. Der Prozess im Dialog mit dem Ort war der Wahnsinn. Ohne den Ort wäre das Bild so nicht entstanden.

Hans Mörtter 
 

Altarraum der Lutherkirche

Wandtuch der Lutherkirche, Foto: Helga Fitzner
Seit 1995 gibt es das Wandtuch von Christos Koutsouras