Erntedank an der Lutherkirche
Die Kinder der Kindertagesstätte Kartause kommen
Vor 30 Jahren gab es noch die „Kartoffelferien“: Alle, Kinder und Erwachsene, ernteten die Kartoffeln. Danach saßen alle zusammen und aßen Kuchen oder auch Kartoffelsuppe. Ein wunderbares Gefühl, miteinander etwas geschafft zu haben, geerntet. Ein kostbares Gemeinschaftsgefühl für eine geschenkte Ernte, die fröhlich macht und die es nur gemeinsam im Erleben gibt.
Eine Qualität, die unserer modernen entfremdeten Produktionsgesellschaft abgeht, die wir aber nötig haben: Das gemeinsame Gefühl von Dankbarkeit für das Geschenk des Wachsens und Reifens und diese Ernte miteinander zu teilen, woran jeder Mensch Anteil hat. Kinder und Eltern der Kindertagesstätte Kartause sind mit dabei. Wir erfahren den Zusammenhang von Säen, Wachsen, Ernten. Leben und Kostbarkeit.
Hans Mörtter
Was ist Erntedank?
Der Erntedank war schon immer eine Zeit des Innehaltens, in der der Natur, der Schöpfung, Mutter Erde, Göttern und anderen Wesenheiten gedacht wurde, die man für eine gelungene Ernte ehren wollte. Von dieser Ernte hing, je nach Breitengrad, das Überleben im Winter ab. Daher gehörte die Danksagung bei den Naturvölkern zur Selbstverständlichkeit, bei den Ägyptern und Chinesen; und auch die alten Griechen und Römer verehrten eigene Göttinnen zu diesem Zweck, Demeter und Ceres. Aus dem Alten Testament erfahren wir, dass Kain und Abel Gott Dankesopfer dargebracht haben. Später ging im Judentum das Laubhüttenfest daraus hervor, in dem die Abhängigkeit des Menschen von der Gnade Gottes thematisiert wird.
Im Islam gibt es den Fastenmonat Ramadan, währenddem kein gläubiger Moslem tagsüber essen oder trinken darf. Der Ramadan ist kein ausgewiesenes Erntedankfest, aber u. a. ein umfassender Dank an alle Gottesgaben.
Bei den Christen ist das Erntedankfest kein verpflichtender Feiertag, wird aber trotzdem gerne begangen, vor allem in Form von Kindergottesdiensten. Bei den Protestanten fällt er auf den Sonntag, der dem Michaelistag am nächsten kommt, dem 29. September.
Text und Fotos: Helga Fitzner